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1. Mai in der Region – Ungebrochen solidarisch

Auch in diesem Jahr fanden in der Region wieder drei Maiveranstaltungen statt, an denen sich viele hunderte Kolleg*innen beteiligt haben. Der Tag der Arbeit stand unter dem Motto der ungebrochenen Solidarität.

Dieses Jahr wurde auf allen Veranstaltungen nicht nur auf die aktuelle Situation, sondern auch in die Vergangenheit geblickt. Im Jahr 1933 folgte dem „Tag der Arbeit“ das dunkelste Kapitel in der Geschichte der freien Gewerkschaften. Am 2. Mai stürmten Nationalsozialisten im ganzen Land Gewerkschaftshäuser, Büros und Wohnungen.

Die DGB-Gewerkschaften haben aus der nationalsozialistischen Verfolgung und Unterdrückung die Lehre der Einheitsgewerkschaft gezogen. Solidarität verpflichtet Gewerkschafter*innen immer wieder neu zu entschlossenem Handeln gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz und für eine vielfältige Gesellschaft und gegen alle spalterischen Tendenzen.

In Wuppertal wurde beispielsweise durch Robert Dißelmeyer, Ulrich Klan und Dörte Bald daran erinnert, dass unmittelbar nach der Machtübernahme der Nazis mindestens 20 Menschen aus der Stadt durch die SA und die SS ermordet wurden, darunter auch Gewerkschafter*innen. In Witten und Gevelsberg war der 2. Mai 1933 ebenfalls einer der Schwerpunkte in den Mai-Reden.

Aufgrund der Wichtigkeit dieses Jahrestages für die DGB-Mitgliedsgewerkschaften fand hierzu am 2. Mai auch eine gemeinsame Veranstaltung des DGB und der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper im IG Metall Haus in Witten statt, bei der Margit Wiegold-Bovemann (Historikerin und Autorin) sehr eindrücklich aus dem Buch „Morgen werden wir die Gewerkschaftshäuser besetzen“ vorlas. Begleitet wurde die sehr gut besuchte Veranstaltung stimmungsvoll von der Violinistin Gudrun Edelkötter.

Das Mai Motto wurde in diesem Jahr aber nicht nur bewusst mit dem Blick in die Vergangenheit ausgewählt, sondern auch vor dem Hintergrund, dass die Weltgemeinschaft die immensen Herausforderungen vor denen sie steht, nur mit ungebrochener Solidarität untereinander bewältigen kann.

Jennifer Schmidt, politische Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper, ging bei ihrer Mai-Rede in Gevelsberg insbesondere auf internationale Zusammenhänge und Problematiken ein, so zum Beispiel die weltweiten Angriffe auf das Streikrecht und die Verfolgung vieler Gewerkschafter*innen, sowie die Notwendigkeit den Klimawandel aufzuhalten.

Clarissa Bader, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper, stellte in ihrer Mai-Rede in Witten die Wichtigkeit von Tarifverträgen und Mitbestimmung, insbesondere im Zusammenhang mit der notwendigen Transformation der Wirtschaft in den Vordergrund. Dies ist im Hinblick auf die Herausforderungen bei den Deutschen Edelstahlwerke in Witten und der Forderung nach „grünem Stahl“ von besonderer Bedeutung.

Andrea Kocsis, die stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende, die als Mai-Rednerin in Wuppertal auftrat machte deutlich, dass die Gewerkschaften gerade an der Seite derer stehen die in diesem Dauerkrisen-Modus vor existentiellen Problemen stehen. Damit meinte sie unter anderem auch die Beschäftigten des vor der Schließung stehenden Kaufhofes in Wuppertal.

Auch der Krieg in der Ukraine spielte eine große Rolle bei allen Kundgebungen. Die Forderungen danach, dass die Waffen endlich schweigen, das Aufrüsten beendet wird und die diplomatischen Bemühungen verstärkt werden müssen waren in Gevelsberg, Witten und Wuppertal die gleichen.

In allen drei Städten gab es musikalische Beiträge und für das leibliche Wohl wurde an Getränke- und Grillständen gesorgt. In Wuppertal beteiligten sich die Vertrauensleute der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper zahlreich am Grillen von Würstchen und Sucuk. „Insgesamt wieder ein gelungener 1. Mai in der Region, unsere Aufgabe ist es aber jetzt gemeinsam an der Gestaltung einer für Alle sozial gerechten Welt zu arbeiten und dies mit ungebrochener Solidarität zu tun“, so Clarissa Bader.

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