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Alle mitnehmen!

IG Metall Projekt bei ZF in Witten

„Online-Treffen sind für uns ganz normal geworden“ berichtet Vertrauensmann Damian Bigus bei ZF Witten. „Ohne das regelmäßige Zusammenschalten könnten wir ein Projekt mit so vielen Beteiligten gar nicht stemmen“.  Viele Beteiligte, Projektarbeit und das in Coronazeiten – passt nicht zusammen? Ein Team aus Betriebsräten, aktiven Vertrauensleuten und Hauptamtlichen der IG Metall zeigen bei ZF in Witten, dass das geht.

Im vergangenen Jahr wurde konzernweit ein Zukunftstarifvertrag abgeschlossen um das Unternehmen und die Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern. Eine Vereinbarung war dabei, dass für jeden Standort in Kooperation mit Arbeitnehmervertreter*innen und der Geschäftsführung sogenannte „Zukunftsbilder“ entwickelt werden sollen. Dabei ging es vor allem darum, was und wie in Zukunft an den Standorten produziert werden kann und wie dabei Arbeitsplätze sicher bestehen bleiben. Für diese Mammutaufgabe holten sich Betriebsrat und Geschäftsführung das von Gewerkschaften und Landesministeriuminitiierte Projekt Arbeit 2020+ an Bord: Unter Einhaltung der Coronaschutzmaßnahmen wurde in mehreren Workshops die Ist-Situation analysiert. Dabei hilft unter anderem  das Instrument der Betriebslandkarte. Es wird nun zeitnah überprüft wo aktuell Verbesserungsbedarf besteht und an welchen Stellen unbedingt Prozesse verändert werden müssen. „Dabei hat uns eine Unternehmensberatung geholfen, die vor allem die Arbeitnehmer*innenperspektive im Blick hat“ erzählt Markus Wiegelmann, der das Projekt Arbeit 2020+ von Betriebsratsseite aus begleitet.

Ziel des Projekts Arbeit 2020+ ist die Erstellung von Handlungsempfehlungen und die Zielbildgestaltung die im Zukunftstarifvertrag vereinbart wurde. „Uns war es von Anfang an wichtig, dass diese Arbeit so transparent wie möglich ist“, sagt Lars Beez, der betreuende Gewerkschaftssekretär der IG Metall Geschäftsstelle Ennepe-Ruhr-Wupper. „Es geht um nicht weniger als den Bestand des Standortes, da müssen alle Beschäftigten mitgenommen werden.“

Um möglichst alle Beschäftigten in dem Prozess mitzunehmen, ist eine Öffentlichkeitsoffensive gestartet worden.Ein Team aus drei Vertrauensleuten bildet sich aktuell in der Reihe „IG Metall vom Betrieb aus denken“ weiter. Die aktiven Metaller*innen lernen in mehreren Modulen wie sie Beteiligung im Betrieb organisieren. „In den Seminaren lernen wir Methoden und tauschen uns mit anderen Aktiven aus. Unser Ziel ist mit allen Beschäftigten in die Diskussion zu kommen um ihre Perspektive in der Zielbildgestaltung mitzunehmen“, sagt Simone Ribberger. Sie und ihre Kollegen sind mittlerweile Expert*innen im Verfassen von Flyern, dem Drehen von kurzen Videos und der Gestaltung einer großen Belegschaftsbefragung.

Wie geht es weiter?
In den kommenden Wochen ist die Durchführung eine umfangreichen Befragung geplant: „So ein breites Diskussionsangebot hat es lange nicht im Betrieb gegeben“, sagt Lars Beez. Im Anschluss an die Befragung werden die Antworten ausgewertet und fließen in die Ergebnisse der Workshops mit ein. „Wir hoffen, dass sich die Pandemiesituation wieder ein bisschen entspannt, damit wir auch alle im direkten Dialog über die Ergebnisse informieren können“ sagt Betriebsrat Markus Wiegelmann. Denn auch hier ist für die Projektbeteiligten klar: Alle sollen mitgenommen werden!

Foto: Das Team Arbeit 2020 + und IG Metall vom Betrieb aus denken – IG Metall
Foto: Aktive Metaller*innen besuchen die Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen um über die Befragung zu informieren – IG Metall

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