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Antikriegstag 2022: Veranstaltungen in Hattingen und Witten

Für den Frieden! Gegen einen neuen Rüstungswettlauf! Die Waffen müssen endlich schweigen!

In Hattingen und Witten kamen in diesem Jahr Gewerkschafter*innen, Vertreter*innen von Friedensgruppen und Parteien zusammen um gemeinsam ein Zeichen zu setzen und klar zu machen: Wir brauchen Frieden. Überall auf der Welt. Am Hattinger Ehrenfriedhof im Ludwigstal und am Mahnmal im Lutherpark in Witten legten die Friedensaktivist*innen Kränze nieder.

Veranstaltung Hattingen

„Seit 1957 wird am 1. September an die Schrecken des ersten und zweiten Weltkriegs sowie an die schrecklichen Folgen von Krieg, Gewalt und Faschismus erinnert. An jedem 1. September machen wir deutlich: Die deutschen Gewerkschaften und ihre Bündnispartner stehen für Frieden, Demokratie und Freiheit. Unsere Losung: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“, so eröffnete Jennifer Schmidt die Veranstaltung in Hattingen. Die Gewerkschaftssekretärin und Mitglied im Vorstand der VVN-BdA Ennepe-Ruhr begrüßte alle Teilnehmer*innen und machte deutlich: „„Wenn wir künftig friedlich und sicher zusammenleben wollen, brauchen wir eine Politik, die auf Abrüstung und Entspannung setzt, statt auf Aufrüstung und Abschreckung“.

Die erste Bevollmächtigte der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper Clarissa Bader sprach als Hauptrednerin zu den Anwesenden und stellte zum aktuellen Krieg in der Ukraine fest: „Die Welt ist nach diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg eine andere. Die europäische Friedensordnung ist auf den Kopf gestellt, es wird Millionen Menschen geben die ihr zu Hause verlieren werden und vielleicht nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren können. Es wird auf allen Seiten zahlreiche Opfer geben aber insbesondere die Zivilbevölkerung der Ukraine ist betroffen. Dieser Krieg ist ein Angriff auf alle die in Frieden und Freiheit unter Achtung der Menschenrechte leben wollen.“ Bader machte auch klar, dass es nicht nur Schwarz-Weiß-Denken geben darf, sondern es legitim ist miteinander um Positionen zu debattieren und zu ringen. „Mein Eindruck ist allerdings, dass das im Moment nicht mehr wirklich möglich ist, heute heißt es: Frieden schaffen geht nur mit Waffen. Und Menschen die das nicht mittragen oder öffentlich dagegen diskutieren werden als „Mörder im Geiste“ oder „Putin-Unterstützer“ bezeichnet. Das hilft uns nicht weiter.“ Die Aufrüstung und Militarisierung die derzeit stattfindet verurteilte sie und machte deutlich, dass mit Waffen kein Frieden geschaffen werden kann, sondern nur mit Diplomatie. Der Beschluss des Bundestages 100 Milliarden Euro in die Aufrüstung der Bundeswehr zu investieren und das 2-Prozentziel der Nato nun übererreichen zu wollen ist für Bader so nicht nachvollziehbar.

Abschließend stellte sie im Einklang mit dem Aufruf des DGB zum diesjährigen Antikriegstag fest: „Wir stehen vor so vielen Herausforderungen die wir auf keinen Fall mit Aufrüstung und Krieg lösen können. Der Klimawandel und seine verheerenden Folgen für die Weltbevölkerung, die Transformation, Sicherung der Rohstoff – und Energieversorgung, Bekämpfung von globalen Pandemien und so weiter. Daher haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften in ihrem Aufruf zum heutigen Antikriegstag einige Forderungen formuliert und ich würde mir wünschen, dass sie beherzigt werden. Erstens: eine europäische und internationale Friedensordnung, die auf den Menschenrechten und den Prinzipien der Freiheit, der Selbstbestimmung und der sozialen Gerechtigkeit beruht. Zweitens: eine kooperativ ausgerichtete Sicherheitspolitik, die weit über militärische Friedenssicherung hinausgeht. Drittens: keinen neuen weltweiten Rüstungswettlauf und Viertens: eine weltweite Ächtung von Atomwaffen.“

Musikalisch wurde die Veranstaltung in Hattingen stimmungsvoll und ergreifend durch die Violinistin Gudrun Edelkötter begleitet.

 Veranstaltung Witten

Bei der Eröffnung in Witten erklärte der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper, Mathias Hillbrandt auf dem Rathausplatz, „wir nehmen die Bundesregierung in die Pflicht: Wir erwarten von allen an der Regierung beteiligten Parteien, dass sie sich für den Frieden einsetzen – für Abrüstung und Entspannung, sowie Klimaschutz. Der Krieg in der Ukraine wird keine Sieger kennen.“

In seinem Grußwort unterstützte Landrat Olaf Schade die gewerkschaftlichen Aktivitäten zum Antikriegstag und nach weiteren Redebeiträgen aus der Wittener Zivilgesellschaft plädierte Nadine Schröer-Krug, Jugendsekretärin der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper dafür: „Wir müssen heute und morgen und übermorgen und an den darauffolgenden Tagen: Erinnern und Mahnen, Debattieren und Diskutieren, Aufstehen gegen Militarisierung, Rassismus und Fremdenhass, Stellung beziehen: Für Frieden und internationale Solidarität.“

Neben den zahlreichen Redebeiträgen gab es noch einen kreativen Beitrag zum Tod von Michail Sergejewitsch Gorbatschow.

Nach dem gemeinsamen Gang zum Mahnmal im Lutherpark und der Kranzniederlegung sprach Rene Röspel Vorsitzender der AWO im Ennepe-Ruhr-Kreis zu den Teilnehmer*innen und drückte seine Sorge um den deutschen Sozialstaat aus. „Künftig sollen pro Jahr rund 20 Milliarden Euro mehr für Militär und Rüstung ausgegeben werden als heute. Diese Geld wird bei Bildung, Sozialem, Innovation und an vielen anderen Stellen fehlen und zu sozialen Verwerfungen führen.“

Musikalisch begleitet wurden die beiden Veranstaltungen in Witten durch, Simon Sandmann, Musiker aus Essen.

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