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Arbeitgeber haben „Igel“ in der Tasche

Düsseldorf: Dass die diesjährige Stahltarifrunden nicht einfach wird, war voraus zu sehen: Die wirtschaftliche Lage der Stahlbranche ist uneinheitlich. Doch zu einem Krisengerede, wie es die Arbeitgeber in der ersten Verhandlung vom Stapel ließen, gibt es keinen Anlass. Die Stahl-Chefs sahen sich außerstande ein Angebot zu machen. So endete die erste Stahl-Verhandlung in Düsseldorf ergebnislos.

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate für die Stahlbeschäftigten im Tarifgebiet Nordwestdeutschland, das die Stahlstandorte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen umfasst. Außerdem soll erreicht werden, dass der Tarifvertrag zur Altersteilzeit fortgeschrieben wird und den Auszubildenden die Kosten für Bus- und Bahnfahrten vom Betrieb zur Berufsschule erstattet werden.

Gutes Geld für gute Arbeit

Schon bei der Aufstellung haben die Tarifkommissionsmitglieder der Gewerkschaft aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation in den Stahl-Unternehmen Augenmaß walten lassen. IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler wies darauf hin, dass die IG Metall zum dritten Mal in Folge „mit einer moderaten Forderung in die Tarifrunde geht“. Dagegen jammerten die Arbeitgeber am Verhandlungstisch, die Erlöse seien „katastrophal“, die Stahlindustrie stecke in einer wirtschaftlichen Rezession.

Mit Unverständnis reagierten sie deshalb auf die Tarifordnungen der IG Metall, obwohl sie gleichzeitig die gewerkschaftliche Argumentation teilten, dass die sogenannte „Umverteilungskomponente ein volkswirtschaftlich wichtiger Faktor“ ist, der Konsumausgaben ermögliche, die die Konjunktur stabilisieren können. Deshalb machten die IG Metaller der Gegenseite deutlich: „Jammern hilft nicht. Unternehmerisches Handeln ist jetzt notwendig.“

Statt eines Sparkurses bei den Löhnen sind jetzt Investitionen gefragt – in Qualität und Ressourceneffizienz, in die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen, in die Entwicklung leichter Stähle und in die Forschung. Und da die Stahl-Beschäftigten gute und harte Arbeit leisten, erwarten sie dafür auch ein gutes Entgelt: „Wir sind keine Beschäftigten 2.Klasse!“

Die zweite Verhandlung soll Mitte November stattfinden.

Foto: „Oh, Gott, diese Arbeitgeber. Können die noch etwas, außer jammern? Foto: IGM

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