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Arbeitgeber machen Rolle rückwärts

Sprockhövel: Auch in der vierten Runde in Baden-Württemberg sind sich die Metallarbeitgeber und die IG Metall nicht nähergekommen. Das Treffen wurde am Mittwochabend ohne Ergebnis abgebrochen. Am Donnerstag bewerteten die großen Tarifkommissionen bundesweit die Lage, am Freitag entscheidet der Vorstand der IG Metall über das weitere Vorgehen.

Knut Giesler, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, berichtete den Mitgliedern der Tarifkommission NRW in Sprockhövel, dass es zwar gelungen sei, am Verhandlungstisch und in der Expertengruppe „einige Lösungsvarianten“ zu diskutieren. Doch in den für die IG Metall-Mitglieder entscheidenden Arbeitszeitfragen hätten die Arbeitgeber am Mittwoch alle bisherigen relevanten Teilergebnisse zurückgenommen. Sie machten eine Rolle rückwärts. Dadurch sei eine Situation entstanden, bei der es nach heutigem Stand zu keinem Ergebnis kommen wird.

Die IG Metall habe Südwestmetall in der Expertengruppe und am Mittwoch in den Verhandlungen Lösungsvorschläge zu den Arbeitszeit-Themen gemacht. Giesler: „Am Lösungswillen von unserer Seite besteht kein Zweifel. Die Arbeitgeber zeigen aber nach wir vor keinerlei Bereitschaft, zu einem akzeptablen Gesamtergebnis zu kommen.“

Die Metallarbeitgeber sind schlecht beraten, wenn sie meinen über 900.000 Warnstreikende bundesweit und davon allein 140.000 in Nordrhein-Westfalen seit Ende der Friedenspflicht ignorieren zu können „Von Vernunft zeugt das nicht“, sagte Clarissa Bader, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gevelsberg-Hattingen. Der Ball liege nun im „Spielfeld“ der Metallarbeitgeber. Bader: „Sie haben es jetzt in der Hand, ob die nächste Eskalation-Stufe, die „24-Stunden-Streiks“ nächste Woche einsetzt, oder ob doch noch ein „akzeptables Gesamtergebnis“ ohne Streiks zustande kommt.

Foto: „Wir wollen einen vernünftigen Tarifabschluss“ fordern MetallerInnen in Gevelsberg – Foto: IGM GH

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