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Bader: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Sprockhövel. „ Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so die klare Ansage von Clarissa Bader in der Delegiertenversammlung. Die Erste Bevollmächtigte und die Beiträge der Kollegen in der engagierten Debatte waren eindeutig: Jeder Form von Rassismus und Menschenfeindlichkeit sowie Hass und Gewalt müssen wir entschieden entgegen treten. Die Gewerkschafterin setzte sich in ihrem Tätigkeitsbericht im IG Metall-Bildungszentrum Sprockhövel mit dem Thema „Flüchtlinge und Fluchtursachen“ auseinander.

Es seien auch GewerkschafterInnen gewesen, die von den Faschisten während der Nazi-Zeit in die Emigration getrieben worden sind. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden trotz zerbombter Städte in der damaligen Bundesrepublik und der DDR fast 12 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und integriert. Darüber hinaus, so Bader, leben seit Jahrzehnten – gerade im Schmelztiegel Ruhrgebiet – Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion zusammen.

Weltweit 21 Krieg und 424 Konflikte sind Ursache dafür, dass sich Menschen aus Angst um ihr Leben auf die Flucht nach Europa begeben. Deshalb verabschiedeten die Delegierten einstimmig eine Resolution, in der sie „politische Lösungen“ und einen „Waffenstillstand“ in dem vom „Bürger“-Krieg heimgesuchten Syrien plädieren. Unstrittig ist, so die IG Metall Bevollmächtigte der GS Gevelsberg-Hattingen, der im Grundgesetz verankerte Schutz der Menschenwürde „gilt für alle Menschen, gleich ob sie seit Generationen hier leben, zugewandert oder als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind“.

Natürlich sei die Integration dieser Menschen in die Gesellschaft eine große gesellschaftliche, ökonomische und soziale Herausforderung. Es müsse alles getan werden, um ihnen einen frühen Zugang zu Integrationsmaßnahmen wie Bildung, Kultur, Sport und vor allem Arbeit zu ermöglichen. Wie wichtig diese Integration ist, machte Luis Martinez, der selbst vor 50 Jahren aus Spanien in den Ruhrpott kam, am eigenen Erleben fest. Rudi Kamulski schilderte die Migrationswege der eignen Familie aus Frankreich und Polen ins Revier. Und Werner Engelhardt schilderte wie sie junge Syrier in sportliche Aktivitäten eingebunden haben.

Eine klare Absage erteilte Clarissa Bader rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppierungen wie AFD, Pegida und NPD, die versuchen mit dem Thema Flucht und Migration Feindseligkeit in der Bevölkerung zu schüren. Natürlich müsse auch in der Flüchtlingsthematik manches kritisch diskutiert werden, wie beispielsweise die Belastung der Kommunen durch den Bund oder die Versuche der Arbeitgeber den Mindestlohn auszuhebeln, doch „gegen Hetze und Gewalt müssen wir gemeinsam aufstehen!“, brachte es Willi Ebbinghaus auf den Punkt.

 

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Betriebliche Konflikte

In ihrem Tätigkeitsbericht ging die IG Metall-Bevollmächtigte auch auf die Verhandlungen über einen Interessenausgleich bei der Gesenkschmiede GHV in Ennepetal ein und schilderte den Verlauf der tariflichen Einigungsstelle bei der O&K Antriebstechnik in Hattingen. Hier entschied die NRW-Landesschlichterin gemeinsam mit dem Arbeitgeber gegen die IG Metall /Betriebsrat, dass drei Ausgebildete entgegen der tariflichen Übernahme nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden müssen. Betriebsratsvorsitzender Gerd Starosta brachte in der Diskussion seinen Unmut über die „kompromisslose“ Haltung des Arbeitgebers und das Vorgehen der Schlichterin zum Ausdruck.

In der Aussprache warben Jakobus Fröhlich und Jutta Schäfer-Nolte für die Beteiligung an der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag (siehe Veranstaltungshinweis auf dieser Seite) Der Abend wird, so ist Jutta Schäfer-Nolte überzeugt, ein Spaß zum Lachen und Wiedererkennen und für – Frau wie Mann – eine amüsante Informationsquelle.

Schließlich sei doch klar: „Wer die besten will, kann auf Frauen nicht verzichten!“

Foto 1: Letzte Delegiertenversammlung in dieser Amtsperiode
Foto 2: Aufmerksame ZuhörerInnen – Fotos: IGM GH

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