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Bader „Ihr seid der Beweis: Es lohnt sich zu kämpfen!“

Ennepetal. „Jeder von euch hat dazu beigetragen, die Arbeits- und Lebensbedingungen der abhängig Beschäftigten zu verbessern“, sagte die Erste Bevollmächtigte Clarissa Bader bei der Begrüßung der Jubilare. Sie, die langjährigen Mitglieder der IG Metall, seien bei vielen tarif- und sozialpolitischen Auseinandersetzungen und Kämpfen für den Erhalt von Arbeitsplätzen auf die Straße gegangen: „Ihr habt bewiesen, dass es sich lohnt zu kämpfen!“ Die Gewerkschafterin erinnerte auch an den Kampf der Peddinghäuser vor 30 Jahren in Gevelsberg.

576 Kolleginnen und Kollegen konnte der Ortsvorstand der IG Metall Gevelsberg-Hattingen in diesem Jahr ehren: 164 für 25jährige, 158 für 40jährige, 79 für 50jährige, 142 für 60jährige und 33 sogar für 70-jährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaft. „Ihr alle seid das, was die IG Metall ausmacht. Ihr habt gemeinsam gestritten für menschenwürdige Arbeit, Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg und mehr Gerechtigkeit“, so Clarissa Bader.

Die Jubilarfeier im Haus Ennepetal war zugleich ein Treffen von Zeitzeugen: Vor 70 Jahren trat Eugen von der Wiesche, der spätere DGB-Kreisvorsitzende im Ennepe-Ruhr-Kreis, der IG Metall bei. Er gehört zu denjenigen, die nach dem Krieg die Gewerkschaften wieder neu aufgebaut haben. Geehrt wurde Franz Bogen, lange Jahre Erster Bevollmächtigter der IG Metall Gevelsberg, der vor 60 Jahren bei Thyssen – später Mannesmann Röhrenwerke – in Mülheim Mitglied wurde. Er war Akteur in vielen betrieblichen Auseinandersetzungen. Rolf Nagel, früher bei Dorma Ennepetal, der heute noch die KollegInnen in Rentenfragen berät, ist 50 Jahre dabei, sowie die ehemaligen Betriebsratsmitglieder Bernd Tigges (TK Bilstein Ennepetal) und Rudi Kamulski (O&K Antriebstechnik Hattingen), die vor 40 Jahren in ihre IG Metall eintraten. Der „Benjamin“ Manfred Vitzthum (Köppern Hattingen) stand stellvertretend für die 25jährigen Jubilare.

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Foto: Festrednerin Carmen Schwarz (l.) mit ehemaligen Bevollmächtigten Franz Bogen(2.v.l.) und Otto König (4.v.l.) und der derzeitigen Ersten Bevollmächtigten Clarissa Bader (3.v.l.)

Ihnen und allen anwesenden Jubilare gratulierte Carmen Schwarz, Gewerkschaftssekretärin des IG Metall Bezirk NRW, in ihrer mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Festrede. „Jede Jubilarin, jeder Jubilar steht für die Erfolge der IG Metall. Ihr seid das, was die Gewerkschaft ausmacht!“, rief sie den Frauen und Männern im Haus Ennepetal zu.

Kollegin Schwarz erinnerte daran, dass die IG Metall selbst stolze Jubilarin sei: Die Gewerkschaft feiere in diesem Jahr ihren 125-jährigen Geburtstag. Seit 125 Jahren setzte sich zuerst der 1891 gegründete Deutsche Metallarbeiterverband (DMV) und seit 1946 als Nachfolgerin die IG Metall „für gute Arbeit ein, gestalte gemeinsam mit den Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen und kämpfe mit ihnen für menschenwürdige Tarifbedingungen“. Seit 125 Jahren kämpfe die IG Metall dafür, dass erwirtschaftetes Kapital „nicht nur wenigen nützt, sondern in soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt für alle verwandelt wird“.

Sie schilderte am Beispiel des Handwerks, dass dies leider nicht immer so gut gelinge wie in der Metall- und Elektroindustrie. „Das wir in den zurückliegenden Jahrzehnten dennoch viel erreicht haben, liege an einem Grund: „Die Bereitschaft von euch, von vielen Beschäftigten sich zu organisieren und solidarisch zu handeln“, sagte die Bezirksssekretärin..

Zu den zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre zählte Carmen Schwarz die zu Lasten der ArbeitnehmerInnen gehende Flexibilisierung von Arbeitszeiten, die Gestaltung des Themas „Industrie 4.0“ in den Betrieben, sowie den Kampf um Tarifbindung und gleiche Chancen während des Arbeitslebens.

Schon zuvor hatte die IGM-Bevollmächtigte Bader darauf verwiesen, dass ein klarer Kurswechsel in der Rentenpolitik notwendig sei: „Gewerkschaften dürfen nicht zulassen, dass das Thema Rente für viele zu einer Frage von Altersarmut wird“. Deshalb habe die IG Metall bewusst mit Blick auf die Bundestagswahl in 2017 eine Kampagne zur Sicherung und Stärkung der Rente“ gestartet. Dazu werde es notwendig sein, dass „wir in Bewegung kommen“, die KollegInnen in den Betrieben, aber „auch ihr, die schon draußen seid“.

Für viele Jubilare bot die Feier die Möglichkeit nach vielen Jahren wieder ehemalige ArbeitskollegInnen zu treffen und sich auszutauschen Viel Beifall der Festgäste erhielten die Düsseldorfer „Rhine Pipers“ für ihre musikalischen Beiträge aus Schottland. Jubilarfeiern der IG Metall unterstreichen immer was eine Gewerkschaft ausmacht: „Die Starken stehen für die Schwachen ein.“

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Foto: Der 70-jährige Jubilar Eugen von der Wiesche (M.) mit Ehefrau (l.), Wolfgang Lange und Werner Engelhardt (dahinter v.l.n.r.)

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