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„Blowin‘ in the wind!“

Hattingen. Als Dennis LeGree die Antikriegshymne anstimmt “How many times must the cannonballs fly. Before they are forever banned? The answer, my friend, is blowin‘ in the wind”, singen und summen viele Gewerkschafterinnen mit. Sie waren der Einladung der IG Metall, des DGB und der VVN-BDA gefolgt und demonstrierten am Antikriegstag: „Für Frieden und gegen Waffenexporte, für Abrüstung und Rüstungskonversion.“ Die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader hatte sie zuvor am russischen Ehrenfriedhof im Hattinger Ludwigstal begrüßt.

Clarissa Bader erinnerte an den Einmarsch der deutschen Wehrmacht vor 77 Jahren in Polen  und vor 75 Jahren in die damalige Sowjetunion. „Dieser barbarische Vernichtungskrieg endete mit über 55 Millionen Toten“, sagte die Gewerkschafterin und stellte unter Beifall fest: „Nie wieder darf ein Krieg von deutschem Boden ausgehen.“

Der Redner der Veranstaltung Otto König bezeichnete es als eine absurde Form der „Entsorgung von Geschichte“, dass das westliche Militärbündnis Nato ausgerechnet wenige Tage vor dem Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion an der polnischen-russischen Staatsgrenze ein Manöver mit dem Übungsszenario „Vorbereitung auf einen russischen Angriff“ durchgeführt habe.

„Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Krieg immer alltäglicher wird und unser Land einen wachsenden Beitrag dazu leistet“, rief der ehemalige Erste Bevollmächtigte den Friedensfreunden zu. Es müsse Widerstand gegen „die Militarisierung des sicherheitspolitischen Denkens und Handelns in Deutschland geleistet werden.“ Deutschland stehe vor der größten Aufrüstung seit dem Ende des Kalten Krieges.

Spirale „Krieg –Terror –Krieg“

Krieg sei Terror, der millionenfachen Tod, Verwüstung  und Chaos bringe und Millionen von Menschen Elend zur Flucht treibe. Einen wesentlichen Anteil daran hätten die deutschen Waffenexporte. Der Rüstungsexport »Made in Germany« boome.  „In kaum einem der Krisen- oder Kriegsgebiete sind nicht Waffen aus deutschen Rüstungsschmieden im Einsatz“, erklärte Otto König und stellte fest: „Die Spirale »Krieg – Terror – Krieg«  treibt die Aktienkurse der Rüstungsunternehmen nach oben.“ Die todbringenden Waffenexporte seien eine wesentliche Ursache von Krieg, Elend und Flucht. Aber auch an den mitverursachten Flüchtlingsströmen lasse sich durch den Verkauf von „elektronischen Grenzschutzsystem“ kräftig verdienen:

Der Gewerkschafter zog daraus die Schlussfolgerung: Wer die Fluchtursachen ernsthaft  bekämpfen will,  müsse sich dafür einsetzen, dass die Bundesregierung  jegliche militärische Einmischung in Krisengebiete einstellt, endlich an politischen Lösungen mitwirkt, zivile Konfliktbearbeitung fördert und wirtschaftliche Hilfe für den Wiederaufbau der zerstörten Länder leistet.

„Wir plädieren nicht nur für eine Senkung der Rüstungsausgaben, sondern auch für eine Umstellung der Rüstungsproduktion  auf eine sozial nützliche und ökologisch sinnvolle Produktion“, betonte König. Die IG Metall müsse diese Rüstungskonversationsdebatte unter Beteiligung der betroffenen Beschäftigten vorantreiben.

Die Gewerkschafts- und Friedensbewegung verlange von der Großen Koalition in Berlin: Den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen, die drastische Reduzierung des Rüstungsetats, den Stopp der Rüstungsexporte, die Ächtung von Kampfdrohnen und keine Beteiligung an NATO-Manövern und Truppenstationierungen entlang der Westgrenze Russlands.

Während zum Abschluss Jennifer Schmidt und Sven Berg zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Faschismus einen Kranz der IG Metall Gevelsberg-Hattingen am Mahnmal niederlegten, sangen die GewerkschafterInnen zusammen mit Dennis LeGree das Protestlied „We shall overcome! – Wir werden es überwinden.“ Ja, Kriege müssen überwunden werden. Wir wollen eine friedliche Welt – ohne Ausbeutung, Not und Elend.

Foto: IGM GH

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