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Einmalig 200€ plus 2,3 % mehr Lohn

Düsseldorf. 11 Stunden rangen IG Metall und Stahlarbeitgeber bis sie in den frühen Morgenstunden ein Verhandlungsergebnis erzielten: Die Beschäftigten in der Stahlindustrie erhalten für die Monate November und Dezember 2015 eine Einmalzahlung von 200 Euro, die Auszubildenden 80 Euro. Ab Januar 2016 erhöhen sich die Tariflöhne und -gehälter sowie Ausbildungsvergütungen um 2,3 Prozent. Der neue Tarifvertrag hat eine 14-monatige Laufzeit bis 28. Februar 2017. Die IG Metall hat fünf Prozent gefordert.

IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler bewertete den nicht gerade üppigen Tarifabschluss als „akzeptablen Kompromiss“. Giesler: „Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten in der Stahlbranche werden die Beschäftigten nicht von der insgesamt guten wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt“. Dass sie nicht abgekoppelt werden wollen, machte vor Beginn der 3. Tarifverhandlung eine Delegation aus Stahlbetrieben den Arbeitgebern klar: „Jetzt wird’s heiß. Wir für mehr – 5 %“, stand auf den mitgebrachten Transparenten.

Altersteilzeitquote bleibt unverändert

Der Tarifvertrag zur Altersteilzeit gilt unverändert weiter. Der IG Metall wehrte das Ansinnen der Arbeitgeber, die Quote der Anspruchsberechtigten auf Altersteilzeit zu verringern, erfolgreich ab. Es bleibt bei einer Altersteilzeitquote von fünf Prozent – „das ist eine stabile Brücke zwischen Alt und Jung, um den demografischen Wandel in den Unternehmen zu gestalten“, kommentierte die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader das Ergebnis

Fahrtkosten für Auszubildende

Die Auszubildenden bekommen erstmals Fahrtkosten zur Berufsschule erstattet. Sie müssen für die Fahrten vom Betrieb zur Berufsschule einen Eigenanteil von 40 Euro aufbringen; alles, was darüber hinausgeht, erstattet der Arbeitgeber. Die Erstattung ist nicht gedeckelt. Berechnungsgrundlage sind die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel. „Damit wird den finanziellen Belastungen der Auszubildenden Rechnung getragen“, so Gewerkschaftssekretärin Jennifer Schmidt, die u.a. für Jugendarbeit zuständig ist.

Sicherung der Arbeitsplätze

Die IG Metall und Stahlarbeitgeber haben sich darüber hinaus darauf verständigt, gemeinsam einen intensiven Dialog mit der Politik zu suchen, um die Arbeitsplätze in der Stahlbranche zu sichern. Diskussionsthemen seien die drohenden Mehrbelastungen aus dem Emissionsrechtehandel und der Umgang mit den chinesischen Billigimporten von Stahl nach Europa.

Foto: Aktionstag 2015: IG MetallerInnen der GS Gevelsberg-Hattingen streiten für höhere Löhne
Foto: IGM GH-Archiv

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