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Engagement der Betriebe notwendig

Gevelsberg. Anlässlich des Treffens der Allianz für Aus- und Weiterbildung in Berlin forderte die IG Metall die Wirtschaft und Politik auf, die betriebliche Ausbildung weiter zu stärken. „Viele Wirtschaftsbereiche bilden zu wenig aus“, kritisierte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.

Im Jahr 2015 sind bundesweit 522.000 Ausbildungsverträge unterschrieben worden. Der Trend nach unten ist gestoppt, dennoch bleibt noch genug zu tun. Mehr als 20.000 Jugendliche haben im Jahr 2015 keinen Ausbildungsplatz gefunden und rund 60.000 Jugendliche landeten in alternativen Maßnahmen, d. h. in Warteschleifen und suchen nach wie vor einen Ausbildungsplatz.

Gleichzeitig stieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze auf 41.000. Besonders in Branchen, in denen die Arbeitsbedingungen für Jugendliche als wenig attraktiv gelten. Vor allem 10 Berufe aus dem Hotel- und Gastronomiebereich sowie aus dem Handwerk haben hohe Besetzungsprobleme – und das seit Jahren. Hier gibt  es auch die meisten Ausbildungsabbrecher. Urban forderte die Verantwortlichen in diesen Bereichen auf, die Qualität der Ausbildung und die Ausbildungsbedingungen erheblich zu verbessern, die Auszubildenden besser zu bezahlen und mehr Auszubildende nach Abschluss der Ausbildung zu übernehmen.

Mehr Ausbildungsplätze – auch im Eigeninteresse der Betriebe

Vielen jungen Menschen ist der Zugang zu guter und qualifizierter Arbeit weiterhin verwehrt.  Das wird so bleiben, wenn die Betriebe nicht mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.

Während in der Metallwirtschaft die Ausbildungsquote bei vier Prozent liege, ist sie im
Maschinenbau mit 6,6 Prozent etwas höher. „Wenn sich die Metallwirtschaft daran orientieren würde, könnten 60.000 zusätzliche Ausbildungsplätze entstehen und den Jugendlichen, die immer noch ohne Ausbildungsplatz sind, eine Perspektive bieten“, so das Vorstandsmitglied der IG Metall.

Das Engagement in Sachen Ausbildung ist im Eigeninteresse der Betriebe. „Einerseits den Fachkräftemangel zu beklagen, aber andererseits nicht in die  Ausbildung zu investieren, passt nicht zusammen.“, sagte Jennifer Schmidt, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall GS Gevelsberg-Hattingen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt würden gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht.

Deshalb fordert die IG Metall:

> mehr betriebliche Ausbildungsplätze (insbesondere in der Metallwirtschaft),
> eine bessere Nutzung vorhandener Instrumente für Jugendliche mit Förderbedarf und für Betriebe, die  diese ausbilden (ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), assistierte Ausbildung (AsA), Einstiegsqualifizierung (EQ), Tarifverträge zur Förderung der Integration in Ausbildung),
> die Qualifizierung von Ausbildungspersonal und
> eine Beteiligung an den Kosten für die Ausbildung auch durch die 80 Prozent der Betriebe, die sich dieser gesellschaftlichen Aufgabe aktuell entziehen.

Bereits im letzten Jahr hat die IG Metall eine Betriebsräteinitiative gestartet, um sich in den Betrieben für mehr betriebliche Ausbildung einzusetzen.

Kernpunkte der Initiative

>den Bedarf an Fachkräfteausbildung überprüfen,
>das Ausbildungsplatzangebot erhöhen,
>qualifiziert auszubilden und
>Jugendlichen mit Förderbedarf Chancen eröffnen.

Schwerpunkte der Allianz für Aus- und Weiterbildung

Die Vertreter des Bündnisses aus Bund, Gewerkschaften, Wirtschaft, der Bundesagentur für Arbeit und den Ländern setzten sich bei ihrem Treffen für die nächsten Jahre folgende Schwerpunkte:

>ein hohes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen sicherzustellen,
>den Ausbildungspfad mit seinen unterstützenden Instrumenten weiter zu stärken,
>die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt anzugehen,
>die Qualität der dualen Ausbildung weiter zu stärken,
>die Attraktivität der beruflichen Bildung zu erhöhen,
>die duale Ausbildung in die digitale Zukunft zu führen

 

Foto: „Wer nicht ausbildet, muss zahlen“ – Foto: dpa

 

 

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