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Erfolg nach 123 Tagen Streik, zukünftig gelten Tarifverträge bei Vestas

Eine deutliche Mehrheit der IG Metall Mitglieder beim Windenergieanlagenhersteller Vestas stimmt für die Annahme des Verhandlungsergebnisses

Die IG Metall Kolleginnen und Kollegen bei Vestas haben mit 92 % für eine Annahme des Tarifvertrag-Paketes gestimmt und beenden somit einen der längsten Streiks der IG Metall. Damit treten die tariflichen Vereinbarungen in Kraft und die hunderten streikenden Kolleginnen und Kollegen haben gezeigt, dass Durchhaltevermögen und persönlicher Einsatz zu Tarifverträgen führen können. Viele von ihnen haben massive Einschnitte im Einkommen hinnehmen müssen und standen trotzdem weiter aufrecht wenn das Unternehmen versuchte die Solidarität zu brechen. Dafür gebührt ihnen Respekt und Anerkennung.

„Nach einer harten Auseinandersetzung und schwierigen Verhandlungen haben wir ein Paket erreicht, das für die Beschäftigten im Service und die Auszubildenden ein Entgeltsystem nach Tarif und für alle Beschäftigten Entgelterhöhungen, Inflationsausgleichsprämien sowie Altersteilzeit nach Tarif sichert“, sagt Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

„Hunderte Kolleginnen und Kollegen haben über Wochen gestreikt und damit nicht nur für sich, sondern die gesamte Branche gekämpft“, ergänzt Martin Bitter, Geschäftsführer der IG Metall Rendsburg. „Gute Arbeit mit Tarifverträgen muss künftig auch in der Windbranche eine Selbstverständlichkeit sein. Die Solidarität aus der gesamten IG Metall und aus dem Ausland, sowie die große politische Unterstützung, etwa zuletzt in der Debatte im Bundestag, haben uns die nötige Kraft gegeben.“  

Für die Beschäftigten im Service und für die Auszubildenden wird zum 1.1.2024 ein Entgeltsystem eingeführt. Für alle Beschäftigten erhöhen sich die Entgelte zum 1. Januar 2024 um 5,4 Prozent. Zum 1. Januar 2025 sollen dann die Entgeltsteigerungen der Tarifrunde 2024 der Metall- und Elektroindustrie übernommen werden. Außerdem gibt es eine Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 2750 Euro, die in zwei Schritten am 1.7.2023 und 1.1.2024 ausgezahlt wird. Neu ist auch eine Regelung zur Altersteilzeit, vergleichbar mit der in den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie.

 „Das klare Ergebnis zeigt die Geschlossenheit der Kolleginnen und Kollegen bei Vestas. Gemeinsam sind sie auch den letzten Schritt zu einem Tarifvertrag gegangen. Sie setzen damit ein Zeichen weit über das Unternehmen hinaus: Mit Solidarität, Kraft und Ausdauer lässt sich viel erreichen – hoffentlich bald auch in vielen anderen Betrieben der Windbranche, die bei Tarifverträgen noch Nachholbedarf haben.“, so Daniel Friedrich weiter.

Martin Bitter ergänzt: „Die große Zustimmung zu dem Verhandlungsergebnis werten wir als einen Vertrauensbeweis in diese außergewöhnliche Tarif- und Streikbewegung. Sie ist auch ein Bekenntnis zum Prinzip der Tarifbindung. Jetzt haben wir eine gute Startbasis für die Weiterentwicklung tariflicher Standards bei Vestas.“     

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