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Forderung beschlossen – 4,5 % mehr Lohn

4,5 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung ab März sowie die Verlängerung der Tarifverträge zu Altersteilzeit und Werkverträgen. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen. So die Forderungsempfehlung der Mitglieder der Stahl-Tarifkommission an den IG Metall-Vorstand, die in der  IG Metall-Bildungsstätte Sprockhövel tagten.

Der Bezirksleiter der IG Metall in NRW und Verhandlungsführer, Knut Giesler, begründete die Tarifforderung mit der wirtschaftlich stabilen Lage der Stahlindustrie. Giesler: „Ende 2016 lagen die Auftragseingänge über denen aus 2015“. „Es deute einiges darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Situation der Stahl-Branche in 2017 weiter leicht verbessert. Die Stahlpreise steigen und die Rohstoffpreise sinken. Die Beschäftigten forderten zu Recht „einen fairen Anteil“ an dieser Entwicklung.

„Die Forderungen der IG Metall „berücksichtigen auch die Risiken, die für die deutsche Eisen- und Stahlindustrie bestehen“, sagte Giesler. Auch die Stahlhersteller erwarten für 2017 einen moderaten Aufwärtstrend. So wird sich das Wachstum der stahlverarbeitenden Branchen im laufenden Jahr voraussichtlich bei 2,4 Prozent liegen, während es im Vorjahr 2,5 Prozent betrug. Die Auslastung stieg Ende 2016 auf 88 Prozent und näherte sich damit dem Durchschnittswert der letzten Jahre von 91 Prozent.

Wichtigste Triebfeder für das Wachstum bleibt laut Prognosen der private Konsum, dessen Anteil die Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute auf 0,7 Prozentpunkte schätzt. „Auch der Stahl lebt am Ende vom Konsum“, erklärte Knut Giesler, „aber Stahlarbeiter können nur den Euro ausgeben, den sie auch bekommen haben.“

Zu den Bedingungen in der Stahlindustrie gehört auch eine hohe Belastung an vielen Arbeitsplätzen. Dies wurde in der Diskussion der Tarifkommissionsmitglieder deutlich. Die Altersteilzeit ermögliche den Beschäftigten, ihr Arbeitsleben gesund zu beenden.“ Darüber hinaus hilft Altersteilzeit, Beschäftigung zu sichern. Sie bietet den Älteren die Möglichkeit, gesund und frühzeitig aus dem Arbeitsleben auszusteigen. Und den Jüngeren, nach der Ausbildung dauerhaft übernommen zu werden“, so der Tenor in der Debatte

Wie geht es weiter?

Der Vorstand beschließt die endgültigen Forderungen Mitte Februar. Die erste Tarifverhandlung der IG Metall mit den Stahlarbeitgebern findet am 22. Februar in Düsseldorf statt. Der laufende Tarifvertrag gilt noch bis 28. Februar, dann endet die Friedenspflicht.

Foto: Stahl-Tarifkommission beschließt in Sprockhövel Forderung für Tarifrunde 2017 – Foto: Thomas Range

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