AktuellesArtikelIG Metall

Gegen Hass und Menschenfeindlichkeit

Gevelsberg. „Der Tag der Arbeit“ stand auch in Gevelsberg im Zeichen des Kampfes für mehr soziale Gerechtigkeit, Solidarität mit Geflüchteten und entschiedenem Kampf gegen Rechtsradikale. „Unsere Gesellschaft droht den sozialen Zusammenhalt zu verlieren“, mahnte die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader auf dem Vendomer-Platz. Dies wollten die Neonazis und AFD Rechtspopulisten nutzen, um mit ihrer rassistischen und menschenfeindlichen Politik die gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben. Gerade Gewerkschafter müssten „ohne Wenn und Aber gegen diese Politik Stellung nehmen“.

Bader rief unter dem Beifall der 500 KundgebungsteilnehmerInnen „zu mehr sozialem Zusammenhalt und Solidarität zwischen Arbeitenden, Schwachen, Generationen und Flüchtlingen“ auf. Die Antwort auf Hass und Menschenfeindlichkeit müsse Integration der Geflüchteten in Arbeit und Gesellschaft heißen, nicht Ausgrenzung.

Die Bundesregierung müsse endlich mehr gegen die soziale Spaltung in Deutschland tun. „Während die Reichen immer mehr Vermögen ansammeln, ist jeder dritte Erwachsene in Deutschland zu arm, um zu sparen oder hat sogar Schulden“, sagte die Gewerkschafterin. Die Schere bei Einkommen und Vermögen öffne sich immer weiter. Die Vermögenssteuer müsse wieder eingeführt und die Spitzensteuersätze für TOP-Verdiener erhöht werden.

Hinzu komme, dass in den Betrieben durch den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen zunehmend eine Zwei-Klassen-Gesellschaft mit einer besser bezahlten Stammbelegschaft und schlechter bezahlten Leiharbeitern oder Werkvertragsmitarbeitern entstehe. Das „Gesetz gegen Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen“ müsse schnellstens verabschiedet werden.

Die Forderung der Ersten Bevollmächtigten nach einem grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik stieß bei den Versammelten auf breite Zustimmung: „Das Rentenniveau muss erhöht und die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt werden“. Wenn jetzt nicht gegengesteuert würde, würden immer mehr Menschen in der Altersarmut landen. Nach jahrzehntelanger Arbeit hätten alle Menschen das Recht, ein anständiges Leben in Würde führen zu können.

Forderungen nach der „Rente mit 70“ aus dem Lager der CDU erteilte sie eine entschiedene Absage. Bader: „Wer davon faselt, dass wir noch länger arbeiten sollen, ist nicht von dieser Welt.“ Notwendig sei eine soziale Rentenversicherung, auf die sich auch die Jungen verlassen könnten und in die alle einzahlen – auch Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Politiker.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Arbeitgeber-Provokation wird mit Warnstreiks beantwortet

Die „Konfrontationsstrategie“ der Arbeitgeber in der aktuellen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie verurteilten die beiden Betriebsratsvorsitzenden Gerd Starosta von O&K Antriebstechnik in Hattingen und Udo Kuhlmann von Bharat Forge CDP in Ennepetal. „Die Forderung nach 5 Prozent mehr Geld sei notwendig und vernünftig und deshalb, „lassen wir uns nicht mit dem unterirdischen Angebot der Arbeitgeber von 2,1% auf 24 Monate abspeisen“, rief Gerd Starosta den Protestierenden zu.

Der Hinweis des Arbeitergeber-Chefs Arndt Kirchhoff, das sei die Obergrenze, „ist eine große Lachnnummer“. „Auf diese Provokation werden die Beschäftigten auch in den hiesigen Betrieben in den kommenden Tagen mit Warnstreiks antworten“, machte Udo Kuhlmann klar. Wer sich nicht bewege, müsse bewegt werden. Es sei mehr als gerechtfertigt, wenn sich „die Beschäftigten ihren verdienten Anteil mit Druck holen werden.“

Der Jugend- und Auszubildendenvertreter der O&K Antriebstechnik Robin Libuda schilderte die
Aktivitäten der IG Metall-Jugend für die Überarbeitung des Berufsbildungsgesetzes. Die Jugend brauche ein „modernes Gesetz“ zur Gestaltung der betrieblichen Ausbildung und „kein Gesetz aus der Mottenkiste.“ Nur so könne in den Betrieben ein guter Stamm an qualifizierten FacharbeiterInnen herangebildet werden. Gute Qualifikation der Beschäftigten und Investitionen seien notwendige Voraussetzungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Fest der Solidarität

Bevor die griechischen, italienischen, portugiesischen und türkischen Folklore-Gruppen ihre Tänze darboten, spielte die Band „The Bow“ bekannte Hits der Rock-Musik. Während die Sonne zunehmend die Wolken beiseiteschob, brutzelte es an allen Ecken, wehten u.a. Düfte von gegrillten Bratwürsten und türkischen Hackfleischspießen, Souvlaki und Waffeln über den Platz. Auch für Kaffee und Kuchen war gesorgt.

An den Ständen der Gewerkschaften ver.di., GEW und IG Metall sowie von Amnesty International und der VVN-BdA konnte man/frau sich mit Informationsmaterialen eindecken. Beispielsweise mit dem Aufruf des Bündnisses „Buntes Hattingen gegen rechts“ zur Kundgebung am Sonntag, 08. Mai um 11.00 Uhr auf dem Hattinger Untermarkt: „An Faschismus erinnern. Rechtspopulisten verhindern.“ Auch die Parteien „Die Linke“, SPD und die CDA solidarisierten sich mit den Forderungen des DGB nach dem Stopp von „Prekären Arbeits-verhältnissen und der Altersarmut“ und „für eine gerechtere Verteilung des Reichtums“.

Foto 1: Gewerkschafter demonstrierten am 1. Mai für ihre Forderungen
Foto 2: Die Betriebsratsvorsitzenden Udo Kuhlmann und Gerd Starosta (v.l.n.r.) sprechen zur Metall-Tarifrunde
Foto 3: Die portugiesische Folkloregruppe bot Lieder und Tänze dar

Weitere Artikel

Back to top button
Close