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IG Metall will 5 Prozent mehr Einkommen

Sprockhövel. Die Tarifkommission der IG Metall Nordrhein-Westfalen für die Metall- und Elektroindustrie hat im IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel einstimmig die Forderung für die Tarifbewegung 2016 beschlossen. Die Metaller fordern eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5 Prozent mit bei einer Laufzeit von 12 Monaten. „Dies ist eine richtige Forderung, damit wollen wir die Binnenkonjunktur und die Kaufkraft der Beschäftigten weiter stärken“, so die Erste Bevollmächtigte Clarissa Bader.

Nach Auffassung von NRW-Bezirksleiter Knut Giesler, Bezirksleiter bildet „die Forderung die wirtschaftliche Lage der nordrhein-westfälischen Metallindustrie ab.“ Dies werde durch eine Umfrage belegt, an der sich 60 Prozent der Metallbetriebe beteiligt haben, in denen 78% der Beschäftigten und 83% der IG Metall-Mitglieder tätig sind. 67% Betriebe erwarten für 2016 eine stabile bis sehr gute Auslastung und 62% eine dementsprechende Beschäftigungslage. Also: Es gibt kein Grund für die Arbeitgeber zu jammern.

Der verteilungsneutrale Spielraum aus der erwarteten gesamtwirtschaftlichen Produktivität und der EZB-Zielinflationsrate beläuft sich 2016 auf 3 Prozent, hinzu komme ein Umverteilungsfaktor, begründete Giesler die 5-%ige Forderung. Dass sich die Arbeitgeber arm rechnen und der IG Metall Höhenflüge bei der Forderung vorwerfen, sei wenig überraschend. „Diese Forderung passt in die Landschaft, sie setzt die erfolgreiche Tarifpolitik der IG Metall fort“, sagte CDP-Bahrat Forge-Betriebsratsvorsitzender und Tarifkommissionsmitglied Udo Kuhlmann nach der Abstimmung.

Mehr Wert mit Tarif
Neben einer angemessenen Entgelterhöhung will die IG Metall die anstehende Tarifrunde nutzen, zu einer Erhöhung der Tarifbindung beizutragen.“ Gerecht geht nur mit Tarifvertrag! Deshalb werden wir in dieser Tarifrunde verstärkt Belegschaften aus Betrieben ohne Tarifbindung einbeziehen, um die Tarifbindung wieder zu steigern“, führte Tarifsekretär Richard Rohnert aus. Seiner Meinung nach, „darf sich Tarifflucht nicht als Kostenvorteil für Unternehmen mit geringem Verantwortungsbewusstsein etablieren.“ Dieses Engagement gehe sicherlich über die M+E-Tarifrunde 2016 hinaus.

Und so sieht der weitere Fahrplan aus: Der Vorstand der IG Metall wird am 29. Februar 2016 über die Forderungen der regionalen Tarifkommissionen entscheiden. Die Verhandlungen für die nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie beginnen am 14. März 2016 in Krefeld. Ein weiterer Verhandlungstermin ist für den 11. April, in Düsseldorf vorgesehen. Wenn die Metallarbeitgeber sich stur stellen kann ab 29. April 2016 ab Null Uhr zu Warnstreiks aufgerufen werden. Die IG Metaller in NRW und in der Geschäftsstelle Gevelsberg-Hattingen bereiten sich darauf gut vor.

„Gib mir fünf“- signalisieren die Tarifkommissionsmitglieder Gerd Starosta, Clarissa Bader und Udo Kuhlmann (v.l.n.r) – Foto: IGM – GH

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