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Ja zu Wuppertal! Das „Angebot“ des Arbeitgebers ist völlig inakzeptabel!!!

Betriebsrat und Vertrauensleute fordern: Umsetzung des Arbeitnehmerkonzeptes

Wuppertal. (OK/CB) Die Botschaft war in der Dunkelheit nicht zu übersehen: „Ja zu Wuppertal!“ Leuchtende Kerzen signalisierten das klare Bekenntnis der Schaeffler-Kolleg*innen zu ihrem Standort in der bergischen Stadt. Betriebsratsmitglieder und IG Metall-Vertrauensleute, zum Teil mit Fackeln „bewaffnet“, verteilten zu Beginn der Frühschicht vorm Werkstor an der Mettmanner Straße an die Beschäftigten Info-Blätter mit der unmissverständlichen Forderung: Erhalt aller Standorte und Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen

Seit der Vorstand des Herzogenauracher Schaeffler-Konzerns im September 2020 seine rigorosen Arbeitsplatz-Abbaupläne für Deutschland im Rahmen von SPACE angekündigt hat, laufen die Aktivitäten der örtlichen Betriebsräte und Vertrauensleute sowie des Gesamt- und Konzernbetriebsrats unterstützt von der IG Metall trotz Corona-Pandemie auf Hochtouren.

Beschäftigte und ihre Familien brauchen eine Zukunftsperspektive

Die Gespräche, über die Pläne des Restrukturierungsprogramms SPACE des Schaeffler-Konzerns für den Industriebereich, zu dem auch der Standort Wuppertal gehört, gehen in eine entscheidende Phase. Dazu haben Betriebsrat und IG Metall die von den arbeitnehmernahen Berater*innen des „INFO-Institutes“ erarbeiteten „tragfähigen Alternativen“ zu den phantasielosen Kahlschlagkonzepten der Arbeitgeberseite auf den Verhandlungstisch gelegt.

„Die Verunsicherung der Kolleginnen und Kollegen muss beendet werden. Die Arbeitgeberseite muss sich bewegen, und die von uns vorgeschlagenen Alternativkonzepte in nachhaltige und zukunftssichernde Vereinbarungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall fixieren“, sagte der stellv. Betriebsratsvorsitzende Uwe Ruberg in der Frühe am Werkstor. Die Beschäftigten und ihre Familien brauchen jetzt eine Zukunftsperspektive.

Deutschlandweiter SPACE-Aktionstag

Anlässlich des „Deutschlandweiten SPACE-Aktionstag“ forderten der Gesamt- und Konzernbetriebsrat sowie die IG Metall erneut mit Nachdruck:

  • 1. Keine Standortschließungen!
  • 2. Keine betriebsbedingten Kündigungen!
  • 3. Gezielte und konsequente Stärkung aller deutschen Standorte!

„Um diese Forderungen zu unterstützen setzen die Wuppertaler Kolleginnen am heutigen Aktionstag zwischen sechs und acht Uhr ein unübersehbares Zeichen“, so die Gewerkschaftssekretärin Emel Cetin. Die Erwartungen der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretung seien eindeutig: Der Arbeitgeber muss sich für die Alternativen der Arbeitnehmerseite öffnen, diese ernsthaft anerkennen und über deren Umsetzung verhandeln.

Gespräche in Schweinfurt vorerst unterbrochen-„Angebot“ des Arbeitgebers eine Unverschämtheit

Während in Wuppertal die Aktion vor dem Werkstor zu Ende ging, waren der Betriebsratsvorsitzende Özgür Sönmezcicek und die 1. Bevollmächtigte, der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper, Clarissa Bader in Schweinfurt am dortigen Schaeffler Standort. Dort gingen die Sondierungsgespräche für die Industriestandorte weiter. Im vierten Gesprächstermin in Schweinfurt hat der Arbeitgeber sich zu den Alternativkonzepten der Betriebsräte für die Schaeffler Industrie-Standorte geäußert. In einer Präsentation wurden die Konzepte der Betriebsräte, für die Standorte Wuppertal, Eltmann, Höchstadt und Schweinfurt bewertet und ein angepasstes Arbeitgeberkonzept vorgelegt.

Der Arbeitgeber hat den Alternativvorschlag für das Werk in Wuppertal abgelehnt. Stattdessen hat Schaeffler ein eigenes „Angebot“ unterbreitet. Der Produktionsstandort mit über 700 Beschäftigten soll an einem neuen Ort in der Region Wuppertal, mit 25, evtl. später 50 Mitarbeitern, fortgeführt werden.

Dieses Angebot hat die Arbeitnehmerseite selbstverständlich sehr empört. Die IG Metall Bevollmächtigte Clarissa Bader machte ihren Unmut und ihre Fassungslosigkeit gegenüber dem Arbeitgeber in dem Gespräch umgehend deutlich. An dieser Stelle wurden die Gespräche dann vorerst abgebrochen und die vor dem Verhandlungslokal wartenden protestierenden Beschäftigten aus den Standorten Eltmann – der geschlossen werden soll – und Schweinfurt informiert. Sehr emotional ging dort auch der Betriebsratsvorsitzende Özgür Sönmezcicek an das Mikrofon: „Dieses Angebot ist eine Frechheit, es ist ein Schlag ins Gesicht für alle Beschäftigten am Standort.“

Jetzt ist Solidarität gefragt!

Der Betriebsrat und die IG Metall werden das Angebot des Arbeitgebers in der vorliegenden Form nicht akzeptieren sondern sich gemeinsam mit den Beschäftigten weiterhin für den langfristigen Erhalt des Standortes in Wuppertal einsetzen – aber nicht mit 25 Beschäftigten!!!

Die Betriebsratsvorsitzenden und die Zuständigen der IG Metall aller Industriestandorte der Schaeffler Gruppe stehen solidarisch zusammen. Der heutige bundesweite Aktionstag zeigte den starken Zusammenhalt unter den Standorten sowie der Belegschaft. Es wird sicherlich in den nächsten Wochen weitere Aktionen geben!!

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