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Jetzt Druck aus den Betrieben!

Neuss: Nach der 3. Tarifverhandlung in der Metall- und Elektronikindustrie in Neuss stehen die Zeichen auf Sturm. Von Arbeitgeberseite gab es kein neues Angebot, nur ein „alternatives“: Neue Verpackung, ähnlich mickriger Inhalt.

Vor zweieinhalb Wochen lautete das „lächerliche“ Angebot 0,9 Prozent mehr Geld für 12 Monate, jetzt „boten“ sie 2,1 Prozent in zwei Stufen für 24 Monate. Zudem eine Einmalzahlung in Höhe von 0,3 Prozent. Vom Volumen her, hat sich also nichts getan. „Sie haben das Elend nur verdoppelt“, hieß es in den Reihen der Verhandlungskommission der IG Metall.

„Die Arbeitgeber verharren nach wie vor im Angebotskeller. Vor zwei Wochen mussten wir die Lupe herausholen, um das Angebot zu erkennen. Jetzt müssen wir sie rausholen, um in diesem zweiten Angebot eine Verbesserung zu sehen“, sagte IG Metall NRW Bezirksleiter Knut Giesler. Die IG Metall wies in Neuss den Arbeitgebervorschlag als völlig unzureichend zurück. Die Gewerkschaft fordert für die 700.000 Beschäftigten in NRW eine Tariferhöhung von 5 Prozent. Denn die Beschäftigten erwarten für ihre Leistung eine angemessene Anerkennung und gerechte Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg.

Für die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader steht fest: „Mit dem in Neuss vorgelegten „alternativen“ Angebot wird weiter auf Magerkost für die Beschäftigten zu Gunsten der Profite gesetzt. Offensichtlich sind die Arbeitgeber in dieser Tarifrunde auf Krawall gebürstet“. Offenbar brauchen die Arbeitgeber jetzt den Druck aus den Betrieben. „Wer sich nicht bewegt, muss bewegt werden“, sagte Bader.

Ende der Friedenspflicht

Die Friedenspflicht endete in der Nacht von Donnerstag, 28.04. auf Freitag, 29.04.16. Damit sind Warnstreiks nicht nur möglich, sondern das Gebot der Stunde. Jetzt kann es nur heißen: Raus vor die Werkstore – wir haben mehr verdient. In zahlreichen Betrieben in NRW haben bereits die ersten MetallerInnen ihre Arbeit niederlegt.

Achtet auf die Aufrufe der IG Metall Geschäftsstelle Gevelsberg-Hattingen in den kommenden Tagen.

Foto: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt – Foto: IGM GH-Archiv

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