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Jetzt gibt‘s Zunder!

M+E-Industrie: 3. Tarifverhandlung endete ohne Ergebnis

In der Nacht von Freitag auf Samstag endete die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie. Ab 00.01 Uhr läuteten Beschäftigte auf Nachtschicht der Firma Robert Schröder in Wuppertal den aktiven Arbeitskampf mit einem Warnstreik ein. Bereits um 21.00 Uhr gab es eine Aktion der Beschäftigten von ZF in Witten. Beide Aktionen waren ein Signal der Entschlossenheit. Eine unmissverständliche Antwort auf das Angebot der NRW-Metallarbeitgeber, das den Namen nicht verdient hat. Die klare Botschaft:

„Jetzt gibt’s Zunder in den Betrieben!“

Die Metallarbeitgeber in NRW hatten in der 3. Verhandlung in der Tarifrunde M+E am Freitag, 28. Oktober, wie die Arbeitgeber im gesamten Bundesgebiet ein Angebot vorgelegt. Dieses sieht die Ausschöpfung der von der Bundesregierung initiierten steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro vor – allerdings zur Verteilung über eine sehr lange Laufzeit von 30 Monaten bis zum Frühjahr 2025 . Eine Prozentzahl, um wie viel die Löhne steigen sollen, machte Metall-NRW-Verhandlungsführer Arndt Kirchhoff nicht. Eine prozentuale Entgelterhöhung wurde lediglich in Aussicht gestellt, ohne eine konkrete Zahl oder einen Zeitpunkt zu nennen. Die Arbeitgeber wollen diese auch nur zugestehen, wenn die Gewerkschaft einen Tarifvertrag mit langer Laufzeit akzeptiere. Das Angebot sei „an eine dauerhafte automatische Differenzierung und Möglichkeiten für eine betriebliche Variabilisierung von tariflichen Entgeltbestandteilen“ gebunden. So soll beispielsweise das Weihnachtsgeld zur Disposition gestellt werden können.

Am Ende der Verhandlungen liegen die Positionen weit auseinander. Es fallen klare Worte. IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler wies das Arbeitgeberangebot als „vollkommen ungeeignet“ zurück, die Tarifrunde schnell zu lösen. Es werde „den Ansprüchen der Beschäftigten nicht gerecht“. Notwendig sei eine nachhaltige prozentuale Lohnerhöhung. Die IG Metall fordere eine Erhöhung der Entgelte um 8 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Besonders verärgert zeigte sich der Gewerkschafter darüber, dass die Arbeitgeber erst einen Tag vor Ende der Friedenspflicht überhaupt ein Angebot auf den Tisch gelegt haben. „Seit der ersten Verhandlung sind sechs Wochen vergangen, in denen nichts passiert ist. Damit haben die Arbeitgeber in Zeiten großer Unsicherheit viel Zeit verschenkt, um den Menschen, aber auch den Unternehmen, Sicherheit zu geben. Die Arbeitgeber provozieren den Widerstand der Metaller*innen“, betonte Giesler.

„Wer angesichts der steigenden Inflation mit so einem unzureichenden Angebot um die Ecke kommt, der provoziert den Konflikt und wirkt ihm nicht entgegen“, erklärte Clarissa Bader, IG Metall-Bevollmächtigte und Mitglied der IG Metall-Verhandlungskommission . So sei die Tarifrunde nicht zu lösen. Jetzt gehe es in die Warnstreik-Phase. „Der Rückhalt der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben ist enorm. Wir werden den Arbeitgebern zeigen, wozu wir in der Lage sind und wenn nötig auch noch eine Schippe drauflegen“, so Clarissa Bader. „Bis zum 10. November haben die Arbeitgeber jetzt Zeit, ihr Angebot nachzubessern“, sagte die Gewerkschafterin.

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