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Jetzt Mitbestimmungsrechte durchsetzen! TKR Spezialwerkzeuge: Erstmals Betriebsrat gewählt

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BRV Dirk Beckmann, Stellv. BRV Mike Hassenstein | Foto: IGM EN-R-W

Gevelsberg (OK): Die Corona-Pandemie konnte sie nicht aufhalten: Die Beschäftigten der TKR Spezialwerkzeuge GmbH und TKR Cable Systems GmbH in Gevelsberg wählten sich zum ersten Mal einen Betriebsrat.

Seit Anfang 1996 produzieren sie im Gewerbegebiet Silschede im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis Spezialwerkzeuge u.a. für die Kabelkonfektionstechnik für die Automobilindustrie – auch für den Export nach China und die USA. „Im Winter kam ein Kollege ins Gewerkschaftshaus am Großen Markt. Er hatte viele Fragen zu Schichtplänen, zu Themen wie Arbeitszeit und Betriebsferien“, schildert Emel Cetin, den ersten Kontakt zu den TKR-Kollegen. Es stand die Frage im Raum: „Kann der Arbeitgeber, das alles allein entscheiden?“. „Ja“, lautete die Antwort der Gewerkschaftssekretärin, „weil ihr keinen Betriebsrat habt“. Damit war die einzig richtige Entscheidung gefallen: Ein Betriebsrat musste her.

Beschäftigte wählen einen siebenköpfigen Betriebsrat

Gesagt, getan – nach einem Informationsgespräch der IG Metall mit der Arbeitgeberseite. hatte die Gewerkschaft zur einer Wahlveranstaltung eingeladen. Glücklicherweise hat der Zeitpunkt gepasst. Eine Woche später war der Corona-Lockdown und die Wahlversammlung hätte so nicht stattfinden können. Unmittelbar nach der Versammlung leitete der Wahlvorstand die Betriebsratswahlen ein – unter erschwerten Bedingungen: Corona, Kontaktverbot, Kurzarbeit. Aber die Mühen haben sich gelohnt. Ende Mai wählten die rund 150 Beschäftigten mit großer Wahlbeteiligung ihren siebenköpfigen Betriebsrat. Die neugewählten Betriebsratsmitglieder wählten danach in der konstituierenden Sitzung die Kollegen Dirk Beckmann zum Vorsitzenden und Mike Hassenstein zum stellv. Vorsitzenden.

„Vor allem die fehlende Kommunikation zwischen den Beschäftigten und der zweiten Führungsebene, haben bei uns den Gedanken einen Betriebsrat zu wählen, endgültig reifen lassen“, sagt der neugewählte Betriebsratsvorsitzende Dirk Beckmann. „Wir wollen an den Entscheidungen im Betrieb, die uns Arbeitnehmer betreffen, beteiligt werden.“ Mit der Unterstützung von Emel Cetin und Jennifer Schmidt wurde eine „Kurzschulung-Klausur“ für das neugewählte Gremium organisiert, um erste Schritte für die bevorstehenden Aufgaben, im Interesse der Belegschaft einleiten zu können. Aktuell geht es beispielsweise darum, eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit zu verhandeln und die Schichtplangestaltung aufgrund der Corona-Situation neu zu regeln. Bis vor kurzem war die Geschäftsführung der Ansicht, es bestehe in den Punkten kein Mitbestimmungsrecht. „Es wird noch dauern bis wir die uns zustehenden Mitbestimmungsrechte erkämpft haben“, meint Dirk Beckmann. Doch er und sein Stellvertreter Mike Hassenstein sind recht zuversichtlich, dass das Gelingen wird, schließlich können sie auf die sachkompetente Unterstützung der IG Metall zählen.

Für Gewerkschaftssekretärin Emel Cetin steht fest: „Für uns gehört in jedem Unternehmen ein Betriebsrat zur Normalität. Nur so ist eine Belegschaft nicht allein von den Entscheidungen des Arbeitgebers abhängig, sondern ist handlungsfähig, um ihre Interessen durchzusetzen“. Gerade deshalb setze sich die Gewerkschaft „aktiv für eine Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung ein“

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