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Kannapin: „Wir sind ein Team!“

Ennepetal. Die Fusion der Ennepetaler DORMA-Gruppe mit der schweizerischen KABA Holding AG trat am 01. September in Kraft. Nun sind alle bisherigen operativen Einheiten von Dorma und Kaba in Deutschland unter einem Dach vereint. „ Deshalb war es dringend notwendig, dass wir unsere Kräfte auf der Arbeitnehmerseite gebündelt haben“, sagte der alte und neue Konzernbetriebsratsvorsitzende Jörg Kannapin.

Betriebsratsmitglieder der sieben Dorma – und vier Kaba-Standorte, die insgesamt 3.600 Beschäftigte vertreten, trafen sich zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Sitzung des Konzernbetriebsrates (KBR) in Ennepetal. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl der neuen KBR-Spitze, mit dem Ergebnis, dass das alte Tandem Jörg Kannapin, Betriebsratsvorsitzender DORMA Deutschland GmbH und Dirk Ischen, Betriebsratsvorsitzender DORMA Beschlagtechnik, einstimmig neu gewählt wurden.

Wie wichtig ein enger Schulterschluss aller Betriebsratsgremien in dem neugebildeten Unternehmen ist, zeigte sich nicht nur in den Berichten aus den Standorten, sondern auch im Vorfeld der Konstituierung des KBR. In Mitbestimmungsfragen und im Umgang mit den betrieblichen und gewerkschaftlichen VertreterInnen der Beschäftigten habe es in beiden Unternehmen sehr „unterschiedliche Kulturen“ gegeben, sagte Jörg Kannapin.

Während es für den bisherigen DORMA-KBR und die ihn unterstützende IG Metall außer Frage stand, dass in dem neuen Unternehmensgebilde ein gemeinsamer Konzernbetriebsrat zu bilden ist, wurde dies von bisherigen Fürhrungspersonen in der KABA-Gruppe bestritten. „Doch die von ihnen veranlasste rechtliche Überprüfung bestätigte unsere Position“, kritisierte Jörg Kannapin zu Recht.

 

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Das Thema „Tarifbindung“ wird ein Schwerpunkt der künftigen KBR-Arbeit, das zeichnete sich schon in der Sitzung ab. Während es in den vergangenen Jahren in der Dorma-Gruppe nach mühsamer und beharrlicher Arbeit gelungen ist, für die Beschäftigten an allen Standorten die Tarifbindung herzustellen, war dieses Thema an den Standorten der KABA GmbH im hessischen Dreieich und Villingen-Schwenningen im Schwarzwald, in der KABA Gallenschütz GmbH im badischen Bühl und in der KABA Mauer GmbH im Nordrhein-Westfälischen Heiligenhaus bisher ein Fremdwort.

Die IG Metall-Konzernbetriebsratsbetreuerin Clarissa Bader wies daraufhin, dass die „Herstellung der Tarifbindung allerdings „kein Spaziergang“ sei und nur „gemeinsam mit allen Beschäftigten“ geleistet werden könne. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei, dass sich die Betroffenen in der IG Metall organisieren. Jörg Kannapin und sein Stellvertreter Dirk Ischen wiesen immer wieder daraufhin, wie wichtig es sei, künftig als „Team“ aufzutreten und keine „unabgesprochenen regionalen Alleingänge“ zu machen, was auf breite Zustimmung stieß.

Kannapin: „An allen Standorten gibt es bei unseren Kolleginnen und Kollegen Unsicherheiten über die weiteren Strukturveränderungen im Zuge des Fusionsprozesses.“ Es sei gemeinsame Aufgabe, sich um die Sicherung der Arbeitsplätze an allen Standorten zu kümmern. Deshalb sei eine umfassende und rechtzeitige Information der Arbeitgeberseite über die weiteren Schritte außerordentlich wichtig, sagte er gegenüber dem neuen Koordinator für die Arbeitnehmer und Betriebsräte in der neuen Gruppe, Harald Friese. Dazu erstelle der Konzernbetriebsrat derzeit einen ausführlichen Fragebogen, den dieser der Geschäftsführung übergeben werde.

An Arbeit für die betriebliche und gewerkschaftliche Interessenvertretung mangelt es also nicht. Das wurde an diesem Tag in Ennepetal mehr als deutlich. Doch das werden wir nicht „stellvertretend“ für euch, sondern das können wir nur „mit euch gemeinsam lösen“, appellierte Jörg Kannapin an alle Betriebsratsmitglieder an den deutschen Standorten der DORMA-KABA Gruppe.

Foto 1: Jörg Kannapin (M) zum Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats DORMA-KABA gewählt
Foto 2: Betriebsratsmitglieder von deutschen Dorma- und Kaba-Standorten
Fotos: IGM-GH

 

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