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Konsequente Betriebsratsarbeit zahlt sich aus

Volmarstein: Die Beschäftigten der vormals selbstständigen „Burg-Montage“ konnten sich Anfang des Jahres freuen. Ihre Entlohnung wurde im Januar um sechs Prozent erhöht. „Das ist innerhalb von zwei Jahren der zweite materielle Erfolg, den wir für die Beschäftigten bei Burg-Lüling erzielen konnten“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Michael Skasa nicht ohne Stolz. Nach Wiederherstellung der Tarifbindung 2014 gelang Ende 2015 der Abschluss eines Sonder-Tarifvertrages.

Beide Tarifverträge, die sich für die Betroffenen des Herstellers für intelligente Schließsysteme in Euro und Cent niederschlagen waren, so die Stellv. Betriebsratsvorsitzende Anke Bleicker nur möglich, weil „wir die IG Metall-Mitglieder im Betrieb einbezogen haben und uns auf die kompetente Unterstützung der IG Metall-Bevollmächtigten verlassen konnten.“ Es habe sich mal wieder gezeigt: Beteiligung der Betroffenen und Durchsetzungskraft der IG Metall sind wichtige Schlüssel zum betrieblichen Erfolg.

Die rund 15 Kollegen, die inzwischen Beschäftigte einer Abteilung von Burg Lüling sind, „anerkennen und wertschätzen unsere Arbeit“, betonte Sezer Akkamis, Ersatzmitglied des Betriebsrates. Das schlage sich auch in einer positiven Mitgliederwerbung nieder, sagte Anke Bleicker und zählt, um ihre Aussage zu unterstreichen, die unterschriebenen Aufnahmescheine auf dem Sitzungstisch durch.

Es war vor 20 Jahren als die damalige Geschäftsführung die Arbeit „Abbruch von Druckgussteilen“ aus Kostengründen nach draußen verlagerte. Später wurde die Tätigkeit wieder in den Betrieb zurückgeholt. Um jedoch weiterhin Lohnkosten einsparen zu können, wurde für diesen wieder in den Betrieb integrierten Produktionsbereich eine selbstständige GmbH gegründet, mit dem alleinigen Zweck, dass die Beschäftigten nicht unter die geltende Tarifbindung fallen, schilderten die Betriebsratsmitglieder den Vorgang.

In der Folge wurden diese Beschäftigten deutlich schlechter entlohnt als die derzeit rund 150 Stammbeschäftigten. Schon während der Verhandlungen über einen Anerkennungstarifvertrag in 2014 – das Unternehmen war Jahre zuvor kammheimlich aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten – „kam das Thema ‚Burg-Montage‘ auf den Tisch“, erläuterte Michael Skasa. Der Geschäftsführer Jörg Mohncke habe sich später für eine einvernehmliche Lösung offen gezeigt und „stimmte Verhandlungen mit der IG Metall über einen Sonder-Tarifvertrag zu“, ergänzte Anke Bleicker.

Der ausgehandelte Tarifvertrag, der zum 01. Januar 2016 in Kraft getreten ist, regelt die Eingruppierung der Betroffenen im era.Entgeltrahmenabkommen und die materiellen Regularien wie die Beschäftigten an den Flächentarifvertrag heran geführt werden. Im Januar haben sie vorab eine Entgelterhöhung von 6 Prozent bekommen. Wie alle Beschäftigten erhalten sie künftig die tarifvertraglich vereinbarte Einkommenserhöhung, hinzu kommt ein Aufschlag von 2 Prozent (insgesamt höchstens 5%), um sie schrittweise an das Tarifniveau heranzuführen.

Für die beiden Betriebsratsvorsitzenden und ihre fünf Betriebsratskollegen wurde damit endlich eine „langjährige Ungerechtigkeit“ im Betrieb beseitigt. Jetzt haben sie Zeit sich anderen Problemen zuzuwenden wie beispielsweise der Lärmeindämmung in der Elektronikmontage.

Foto: Die beiden Betriebsratsvorsitzenden Michael Skasa und Anke Bleicker sowie Sezer Akkamis (v.l.n.r.) Foto: IGM-GH

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