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„Kopfüber – Weltunter“

Recklinghausen. Die Welt steht Kopf – und die Ruhrfestspiele machen mit. Unter dem Motto „Kopfüber Weltunter“ greift das Programm des Theaterfestivals aktuelle politische und gesellschaftliche Umbrüche auf. Die Ruhrfestspiele wollen vom 1. Mai bis 18. Juni das Gespenst „Angst“, das sich in diesen Tagen in ganz Europa umtreibt, einfangen. Viele Stücke wollen mit brisanten und aktuellen Themen aufrütteln, aber auch die Komik nutzen, um sich mit dem Zeitgeschehen auseinanderzusetzen.

Im Programm stehen Theaterstücke, Lesungen, Konzertabende, die sich mit den Themen Umbruch und Angst, Protest und Wandel, Revolution und Reformation auseinandersetzen. Interpretiert werden Werke von Goethe, Brecht und Günter Grass, von Woody Allen und Elfriede Jelinek. KünstlerInnen aus aller Welt bereichern den Spielplan mit spannenden Produktionen. In der Lesereihe präsentieren unter anderem Hannelore Elsner und Ulrich Matthes Werke von Haruki Murakami und Franz Kafka.

Blick auf die Programmhighlights

Es wird eine Weltpremiere geben: E.T.A Hoffmanns Klassiker der dunklen Romantik „Der Sandmann“ wird von Robert Wilson inszeniert. Thematische Volltreffer landen auch die Wort-Musik-Collage mit dem Titel „Angst“ von Matthias Brand und Jens Thomas, die als Meister des subtilen Horrors gelten, sowie das Stück „Rausch“, in dem Schauspieler Robert Stadlober zu sehen sein wird.

 Im Kalender anstreichen sollte man sich die Aufführungen des 2013 mit dem Pulitzer-Preis geehrten Stückes „Geächtet“ von Ayad Akhtar, in dem das Thema Islamismus mit gnadenlosem Humor angegangen wird. Weitere wichtige Stücke sind „Hool“ über die Hooligans von Hannover 96, das moderne Hip-Hop-Tanzstück „Flexn“ über Rassismus, Woody Allens „Tod“ sowie die zeitkritische Satire „Schlaraffenland“ über die Blindheit der Masse.

Außerhalb des Gewohnten spielt „Ein Mann, der hoch zum Himmel fliegt“ – ein chinesisches Stück, das ganz ohne Worte den Modernisierungswahn der Volksrepublik spürbar macht. Zum Abschluss gibt es noch Wiener Pop-Rock der Stunde von Wanda (18.6. im Stadtgarten). Wer schließlich mehr Schräges und Verqueres sucht, ist wie immer beim Fringe Festival (23.5.-17.6.) goldrichtig. 

Die Ruhrfestspiele, deren Gesellschafter der DGB ist, sind das älteste Theaterfestival Europas. Sie fanden zum ersten Mal im Jahr 1947 – vor 70 Jahren – statt. Damals bedankten sich Hamburger SchauspielerInnen mit Aufführungen für die Solidarität der Bergleute, die im Winter zuvor Kohle zum Heizen der Theater an die Elbe geschickt hatten.

Das Programm, die Termine und der Vorverkauf der Eintrittskarten ist unter  www.ruhrfestspiele.de  zu finden.

Foto: Motto der Ruhrfestspiele 2017

 

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