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Lachnummer. Provokation. Kampfansage.

Düsseldorf. Kampfansage, Provokation, Lachnummer, so ist das „unterirdische Angebot“ der NRW-Metallarbeitgeber am besten beschrieben: Mit einer Entgelt„erhöhung“ von 0,9 Prozent und einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent – allerdings nur für Betriebe, „denen es gut geht“ – sollen die 700.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie abgespeist werden. Die IG Metall fordert eine Entgelterhöhung von 5 Prozent. Die 2. Tarifverhandlung endete nach einer Rekordzeit von 20 Minuten.

Das sogenannte Angebot sei eine „Missachtung der Leistung unserer Kolleginnen und Kollegen“, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler. Plus 0,9 Prozent bedeuten in der Entgeltgruppe 1 rund 20 Euro mehr im Monat, in der Entgeltgruppe 9 rund 25 Euro. Eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent des Entgelts bedeuten rund 100 Euro mehr – im Jahr! Wirtschaftspolitisch ist das Angebot „bar jeder Vernunft“. Daraus entsteht keine Kaufkraft, die zur Stärkung der Binnenkonjunktur nötig ist.

Arndt Kirchhoff, Verhandlungsführer von Metall NRW meinte, sie „müssten sich an der Realität orientieren und nicht mit Zielwerten arbeiten“ Es gehe auch nicht darum den Beschäftigten etwas wegzunehmen, deshalb hätten sie sich zu einer Reallohnsteigerung bereit erklärt, die „schon am oberen Rand“ liege. Damit wollten sie ein Zeichen setzen, dass sie zu einer raschen Einigung kommen wollen.

Die IG Metall-Verhandlungskommission reagierte mit eisigem Schweigen, stand auf und verließ ohne Gruß den Saal. Vor der Presse wertete IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler das Verhalten der Metallarbeitgeber als „Dummheit“ und „Kampfansage an die gesamte IG Metall“. Hier werde „ein Feuer gelegt, das sich zu einem Flächenbrand ausweiten“ könne, damit werde keine schnelle Einigung erzielt. Die Arbeitgeber setzen offensichtlich auf Konflikt.“

Auch für die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader ist das lächerliche Angebot der Arbeitgeber „eine Respektlosigkeit gegenüber den Beschäftigten, die wir nicht hinnehmen werden“. Sie fügte hinzu: „Damit sind die Weichen auf Konfrontation gestellt. Jetzt gilt es betrieblich ernsthaft die Warnstreiks vorzubereiten.“

Die dritte Tarifverhandlung findet am 28. April in Neuss statt. Am gleichen Tag um Mitternacht endet die Friedenspflicht. Mit Ablauf der Friedenspflicht am 28. April gibt es Warnstreiks in der Metallindustrie, das hat die Tarifkommission in Schwerte einstimmig beschlossen. „Für diese Provokation gibt’s eigentlich keine Worte – jetzt braucht’s Taten“, so der Tenor der betrieblichen Vertreter.

Foto: MetallerInnen beim Aktionstag in Gevelsberg während der Tarifrunde 2015 – Foto: IGM GH-Archiv

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