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Offene Mitgliederversammlung von ZF in Witten – Unternehmen plant Abweichung vom Tarifvertrag

Heute fand eine Mitgliederversammlung der Kolleginnen und Kollegen von ZF in den Räumen der IG Metall Witten statt. Auf der Tagesordnung stand die kürzlich bekanntgegebene Forderung des Unternehmens vom geltenden Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie abzuweichen.

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In einem Schreiben der Arbeitgeberseite an die IG Metall Witten, nannte das Unternehmen eine „deutliche Reduzierung der Personalkosten“ als Voraussetzung für weitere Investitionen in den Standort. Ohne diese Einsparungen, so das Unternehmen, „könnten wesentliche Teile des Investitionspakets“ anstatt nach Witten, „in das ZF Werk in Lommel, Belgien fließen“.

Angesichts der nun bekannt gewordenen Kürzungspläne, zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen empört über das Vorgehen der Geschäftsführung. Offensichtlich wird versucht durch die Androhung von Produktionsverlagerungen eine Drohkulisse gegenüber den Beschäftigten aufzubauen, um so eine Abweichung vom Tarifvertrag der IG Metall durchzusetzen. Belegschaft und Betriebsrat haben bereits in der Vergangenheit Verbesserungsvorschläge und Konzepte zur Steigerung der Produktivität am Standort Witten vorgelegt, welche die Geschäftsführung bisher jedoch nicht beachtete.

Umso empörter zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen über die Verknüpfung einer Investitionszusage von rund 4 Mio. € für den Standort Witten mit der nun verlangten deutlichen Reduzierung der Personalkosten. „Bevor man uns ans Geld geht, sollen die erst mal ihre Hausaufgaben machen!“, ist aus den vollbesetzten Reihen im Gewerkschaftshaus zu hören.

Die IG Metall informiert aktuell die Beschäftigten über die Forderung des Unternehmens. „Wir wollen, dass sich die Kolleginnen und Kollegen ein umfassendes Bild von der wirtschaftlichen Lage des Betriebs machen und dann auf Grundlage aller Fakten ihre Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen können, sagt Mathias Hillbrandt, erster Bevöllmächtigter der IG Metall Witten.
Der Betriebsrat plant daher einen Wirtschaftsprüfer einzusetzen, um zunächst die Zahlen des Unternehmens objektiv beurteilen zu können. „Wir werden uns in den nächsten Wochen und Monaten intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und die Argumente der Arbeitgeberseite kritisch unter die Lupe nehmen.“

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