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„Organisiert euch, euer Arbeitgeber ist es schon!“

Wolfgang Schmidt gehört zu jenen Kollegen, die es nicht danach drängt, im Mittelpunkt zu
stehen. Das war so während seiner 10-jährigen Tätigkeit als Betriebsratsmitglied und stellv. Schwerbehinderten-Vertrauensmann. Und das war auch jetzt zu spüren bei seiner Verabschiedung im Kreis seiner KollegInnen. Sie alle dankten ihm, dem engagierten IG Metaller, der nach 46 Jahren sein Arbeitsleben bei Dorma in Ennepetal beendet hat und in den Ruhestand gewechselt ist.

Der Betriebsratsvorsitzende Jörg Kannapin und die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader dankten ihm für seine geleistete Arbeit im Interesse der KollegInnen im Betrieb und die gute Zusammenarbeit. Was für Wolfgang selbstverständlich war, der geräuschlose aber unermüdliche Einsatz, führte in vielen Fällen zum Erfolg für die Betroffenen. „Diese Arbeit war jedoch nur möglich, weil ich mich auf meine KollegInnen im Betriebsrat und IGM-Vertrauenskörper verlassen und auf die Unterstützung meiner IG Metall bauen konnte“, sagte Wolfgang.

Der geborene Schwelmer begann nach dem Schulabschluss 1969 bei Dorma in Voerde eine Ausbildung als Dreher. Wurde Mitglieder der IG Metall. Er arbeitete als Automateneinrichter in der Automaten-Dreherei bis zu seiner Freistellung als Betriebsratsmitglied. Schon früh engagierte er sich für KollegInnen, die Suchtprobleme haben. Ein schwieriges Thema, das in früheren Jahren in den Betrieben gern verdrängt wurde, statt den Betroffenen zu helfen. So stand es für ihn außer Frage , dass er sich auch als Vertrauensmann für die schwerbehinderten Beschäftigten stark machte.

2002 in den Betriebsrat gewählt, wurde er zwei Jahre später als Betriebsratsmitglied freigestellt. Dies war in der Zeit als auch bei DORMA das Klima rauer wurde. Bei der Automatic wurde die Tarifbindung in Frage gestellt und in der Dorma KG stand die Verhandlung über die „Zukunftssicherung Dorma“ auf der Tagesordnung. „Wie wichtig Tarifverträge sind, ist mir in diesen Verhandlungen zur „Vereinbarung zur Zukunftssicherung“ deutlich geworden“, schrieb er im Frühjahr 2005 in einem Beitrag des IG Metall-Blitz und appellierte an die Beschäftigten: „Organisiert euch, euer Arbeitgeber ist es schon“. Denn nur durch „die Geschlossenheit von Betriebsrat und Vertrauenskörper und mit Hilfe der IG Metall ist es gelungen, den Frontalangriff auf tarifvertragliche Leistungen abzuwehren und die Arbeitsplätze zu sichern“, ist Wolfgang noch heute überzeugt.

Dass es ihm nun langweilig werden könnte, nein davor hat Wolfgang keine Angst. Schließlich warten in seinem Garten größere Umbauarbeiten auf ihn. Und endlich hat er mehr Zeit für sein Hobby – das Angeln. Nicht zu vergessen sein Engagement in der Delegiertenversammlung der IG Metall Gevelsberg-Hattingen. Eines wird ihm auf jeden Fall fehlen: Montagfrüh die Debatten mit den BVB- und Schalke-Fans im Betriebsratsbüro, wenn er sich als bekennender Fan von FC Bayern – nach einem Sieg seiner Mannschaft – mal wieder lächelnd zurück lehnen konnte.

Wolfgang Schmidt (2.v.l.) wird verabschiedet Foto: IGM-GH

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