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Rund 180 Beschäftigte ziehen vorübergehend nach Bochum

Ennepetal. Das Verwaltungsgebäude von ThyssenKrupp Bilstein in Ennepetal platzt bildlich gesprochen aus allen Nähten. „Das ist eine Folge der Personalaufstockung vor allem in den Bereichen Verwaltung und Entwicklung/Forschung“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Battenfeld. Schon heute hätten viele der 640 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz in angemieteten Containern. Auch für seinen Stellvertreter Binali Ateser ist das auf Dauer kein akzeptabler Zustand.

Der weltweit aufgestellte Spezialist für Fahrwerkstechnik managt und entwickelt an seinem bergischen Stammsitz Ennepetal für den weiteren bundesdeutschen Standort Mandern (Rheinland-Pfalz), sowie für die ausländischen Produktionsstandorte in Sibiu (Rumänien) und in Hamilton, Ohio und in Poway, San Diego (USA) sowie in China. Ein wesentlicher Grund für den Personalaufbau. Ateser: „Von den 640 Beschäftigten, einschließlich der Leiharbeitskräfte und 20 Auszubildenden, sind gerade mal 120 in der Produktion im Werk 3 tätig.“

Auf Dauer soll das Raumproblem in den kommenden Jahren mit einem neuen „Headquarter“
gelöst werden. Die Geschäftsführung sei inzwischen auf der Suche nach einem geeigneten Objekt im Umkreis von 20 Kilometern des bisherigen Sitzes. „Doch solange konnte nicht gewartet werden. Um die Platznot zu lindern, bedurfte es einer schnellen Lösung“, erläutert Jürgen Battenfeld, warum in Bochum-Riemke ein Gebäude als Übergangslösung angemietet wurde. Hier sollen bis Ende März rund 180 der 640 in Ennepetal tätigen Arbeitnehmer bis zu einer endgültigen Lösung ihren Arbeitsplatz einnehmen.

Das war Anlass für den Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Nachteilsausgleich zu verhandeln, so Kollege Ateser. Im Mittelpunkt der Verhandlungen mit dem Personalchef Marcus Koch standen die Themen Fahrgeld, Umzugsbeihilfe und Mietkostenzuschuss für die Betroffenen. Ateser: „Es gelang uns für die Kolleginnen und Kollegen für 18 Monate Fahrgeld zu vereinbaren.“ Sollte jemand umziehen, bekommt er neben einer finanziellen Umzugsbeihilfe für die entstehende Mietpreisdifferenz einen Zuschuss.“ Der auf vier Jahre abgeschlossene Interessenausgleich muss neu verhandelt werden, wenn sich die Suche nach einem neuen „Headquarter“ verzögern sollte.

Über Arbeit können sich die beiden Betriebsratsvorsitzenden und ihre Betriebsrats-Kollegen nicht beklagen. So führe die gute Auftragslage natürlich zu einem Anstieg der Mehrarbeit und zu einem vermehrten Einsatz von Leiharbeitskräften. „Eine Konsequenz daraus ist, dass wir mit der Arbeitgeberseite darüber sprechen im Produktionsbereich wieder eine dritte Schicht einzuführen“, so Binali Ateser und fügt hinzu, um den künftigen Einsatz und die Bezahlung der Leiharbeiter zur regeln, strebe der Betriebsrat den Abschluss einer Betriebsvereinbarung.

Auf ein besonderes Anliegen kommt Jürgen Battenfeld am Ende des Gespräches. Er weist daraufhin, dass der Thyssen-Krupp Konzern einen Beitrag zur Integration von geflüchteten jungen Menschen leisten will, in dem konzernweit zusätzlich 180 Ausbildungs- und Praktikantenplätze zur Verfügung gestellt werden. Zwei bis drei dieser Plätze sollen in Ennepetal vergeben werden – eine gute, nachahmenswerte Willkommensgeste.

Foto: TKB-Betriebsratsvorsitzender Jürgen Battenfeld und sein Stellvertreter Binali Ateser (v.l.n.r.)
Foto: IGM-GH

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