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Sechs Fakten zum Arbeitsunfall

Gevelsberg. Am Arbeitsplatz stehen Beschäftigte unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Passiert ein Arbeitsunfall, übernimmt sie alle Kosten. Allerdingst ist nicht jedes Malheur ein Arbeitsunfall. „Rein private Aktivitäten am Arbeitsplatz sind nicht versichert“, darauf weist Gewerkschaftssekretär Sven Berg hin. Die Redaktion Website hat fünf Fakten zum Thema „Arbeitsunfall“ zusammengestellt.

  1. Wegeunfall

Ein Auffahrunfall auf dem Weg zur Arbeit, das Ausrutschen auf spiegelglattem Parkplatz, der Sturz an der Bushaltestelle – viele Unfälle passieren auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Diese Unfälle gelten als Arbeitsunfälle. Die Kosten für Verletzungen trägt die gesetzliche Unfallversicherung. Dies gilt nur, wenn der Beschäftigte den direkten Weg zwischen Wohn- und Arbeitsstätte gewählt hat. Umwege sind nicht von der Versicherung gedeckt. Allerdings liegt auch ein Wegeunfall vor, wenn der Beschäftigte auf dem Weg zur Arbeit die Kinder bei einer Tagesstätte oder in der Schule abgeben muss.

  1. Kantine oder Nahrungsaufnahme

Nahrungsaufnahme ist dem privaten Bereich zuzuordnen. Auch am Arbeitsplatz. Unfälle, die sich in der Kantine, beim Bedienen der betrieblichen Kaffeemaschine oder beim Öffnen einer Sprudelflasche ereignen, sind nicht von der Berufsunfallversicherung gedeckt. Es fehlt der enge Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit, der für die Berufsunfallversicherung notwendig ist. Anders ist es bei Geschäftsessen, denn hier besteht ein enger Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Anders auch der Weg von oder zur Kantine oder zur Kaffeemaschine – die Wege selbst sind von der Versicherung gedeckt.

  1. Betriebsfeier

Ob Betriebsausflug oder Weihnachtsfeier, bei betrieblichen Feiern besteht Unfallversicherungsschutz. Passiert während einer solchen Veranstaltung ein Unfall, so übernimmt die Versicherung die Kosten. Dafür muss die Feier aber einen „offiziellen“ Charakter haben, sie muss tatsächlich allen Beschäftigten offenstehen und von der Betriebsleitung organisiert werden. Nicht versichert sind die Mitarbeiter auf Veranstaltungen, die sie selbst organisieren. Dann scheidet Versicherungsschutz auch dann aus, wenn der Chef anwesend war. Auch die Feier einzelner Abteilungen kann „offiziell“ sein, wenn alle Mitarbeiter der Abteilung geladen sind (Hess. LSG B 2 U 7/13 R). Allerdings: Wenn viel Alkohol im Spiel ist, kann der Versicherungsschutz gefährdet sein. Dann zahlt die Unfallversicherung nicht.

  1. Homeoffice

Für Arbeiten zuhause gelten alle Regelungen, die auch im Betrieb greifen. Damit auch der Versicherungsschutz. Arbeiten am heimischen Schreibtisch sind ebenso versichert, wie der Weg vom Home-Office in die Firma. Es gibt aber Einschränkungen. Der Gang zur Toilette oder zur Kaffeemaschine sei zuhause anders als im Büro, nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt, so das Bundessozialgericht in einem aktuellen Grundsatzurteil. „Die der privaten Wohnung innewohnenden Risiken hat auch nicht der Arbeitgeber, sondern der Versicherte selbst zu verantworten“ – so die Richter (Bundessozialgericht B 2 U 5/15 R).

  1. Privates Telefonieren

Passiert ein Unfall während eines privaten Telefonats, so greift in der Regel der gesetzliche Unfallschutz nicht. Denn Telefonieren ist immer eine – so die Gerichte – „persönliche oder eigenwirtschaftliche Verrichtung“. Eine solche unterbreche den Versicherungsschutz der Berufsunfallversicherung, diese greife nicht mehr. (Fall „Lagerarbeiter“, Hess. LSG, L 3 U 33/11).

Foto: Der Arbeitsunfall  – Foto:  Dollarphotoclub

 

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