AktuellesArtikelBetrieblichesRechtliches

Sprachrohr der Jugend wird gewählt

JAV-Wahlen 2022: JAV – Mit uns geht was!

Vom 1. Oktober bis zum 30. November ist es wieder so weit: „In diesem Zeitraum wird in den Betrieben das Sprachrohr der Jugend neu gewählt“, sagte Nadine Schroeer-Krug. Die für Jugendarbeit zuständige Gewerkschaftssekretärin weist daraufhin, dass im Herbst 2022 im Organisationsbereich der der IG Metall GS Ennepe-Ruhr-Wupper turnusgemäß, die alle zwei Jahre stattfindenden Wahlen der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) durchgeführt werden.

„Die JAV ist die Interessenvertretung der Auszubildenden, dual Studierenden und jugendlichen Beschäftigten im Betrieb. Sie ist erste Ansprechpartnerin bei allen Problemen rund um Ausbildung“, erläutert Nadine Schroeer-Krug.  Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) ist wie der Betriebsrat als Gremium zur Vertretung der Interessen der Beschäftigten im Betriebsverfassungsgesetz verankert. „Wir freuen uns, dass durch das Betriebsrätemodernisierungsgesetz nun alle zu ihrer Berufsausbildung beschäftigten das Amt der Jugendvertretung erhalten können. So können nun in Zukunft die Interessen aller Auszubildenden und dual Studierenden durch die JAV vertreten werden.“

Die JAV vertritt die Interessen und Rechte der Jugendlichen und Azubis im Betrieb gegenüber der Betriebsleitung und ist Ansprechpartnerin bei Problemen. Die JAV überwacht die Einhaltung von Gesetzen und Tarifverträgen, macht sich für die Übernahme nach der Ausbildung stark und unterstützt Auszubildende in ihrem betrieblichen Alltag. Zum Beispiel, wenn die noch jungen Kolleginnen und Kollegen ständig zu ausbildungsfremden Tätigkeiten verdonnert werden, der Ausbilder oder die Ausbilderin nur nörgelt bzw. Vorgesetzte Druck oder Einschüchterungsmaßnahmen ausüben. Als Sprachrohr der Jugend können sie deren Themen im Betriebsrat platzieren.

Schroeer-Krug: „Die betriebliche Interessenvertretung engagiert sie sich für eine moderne und zeitgemäße Qualität der Ausbildung und achtet darauf, dass die Auszubildenden nicht mit Lehrmitteln von gestern lernen müssen.“ Nicht nur, aber vor allem bei diesen Aufgaben werden die gewählten Javis von der IG Metall unterstützt. Eine Möglichkeit sich über die Arbeit auszutauschen, bietet der örtliche Jugendausschuss (OJA) in der IG Metall Geschäftsstelle.

In welchen Betriben muss eine JAV gewählt werden?

In Betrieben mit mindestens fünf jugendlichen Beschäftigten unter 18 Jahren oder Auszubildenden muss eine Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt werden. Voraussetzung ist, dass es im Unternehmen bereits einen Betriebsrat gibt. Denn die Einleitung der JAV-Wahl erfolgt durch den Betriebsrat.

Zum Einleiten und Durchführen der JAV-Wahl bestellt der Betriebsrat einen Wahlvorstand. Spätestens acht Wochen vor Ablauf der JAV-Amtszeit im normalen Wahlverfahren, das in Betrieben über 100 Jugendlichen und Azubis angewendet werden muss. Im vereinfachten Wahlverfahren, das bis 50 Jugendliche und Azubis, per Vereinbarung auch bis 100 gilt, reichen auch vier Wochen vorher. Der Wahlvorstand hat in der Regel drei Mitglieder. Mindestens ein Mitglied des Wahlvorstands muss volljährig sein und dem Betrieb mindestens sechs Monate angehören.

Ausbildung gestalten! Interessiert? Dann mach mit!

Es ist wichtig, an der Wahl teilzunehmen und die zukünftige JAV zu wählen. Denn je mehr wählen gehen, desto größer ist der Rückhalt und die Durchsetzungsfähigkeit der JAV.

Vielleicht hast Du ja selbst Lust, aktiv mitzugestalten und mitzubestimmen, welche Richtung deine Ausbildung nimmt? Dann solltest du diese Talente unbedingt in die JAV einbringen und für die Interessenvertretung in deinem Betrieb kandidieren und gemeinsam mit der IG Metall Jugend gegen Ungerechtigkeiten von Arbeits- und Urlaubszeiten vorgehen und bessere Ausbildungsbedingungen durchsetzen.

Erwünschte Nebenwirkungen – ohne gefürchtete Risiken

Ein Engagement in der JAV hat viele Vorteile: Du erweiterst Dein Know-how, gewinnst Einblicke in rechtliche Fragen, lernst Konfliktmanagement und bekommst Mitspracherechte im Betrieb. Außerdem verschafft dir dein Engagement in der JAV eine Reihe an Erfahrungen – du gewinnst Selbstbewusstsein und Vertrauen.

Natürlich kann es im Rahmen des JAV-Engagements auch zu Konflikten mit Vorgesetzten kommen. Sorgen muss Dich das aber nicht. Dafür hat der Gesetzgeber gesorgt. Die Schutzvorschriften im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ermöglichen JAV-Mitgliedern die Entscheidungsfreiheiten, die sie benötigen – und schützen sie vor negativen Konsequenzen. Vom Zeitpunkt der Wahl an stehen alle JAV-Mitglieder – während ihrer Amtszeit und sogar noch ein Jahr darüber hinaus – unter besonderem Schutz.

Wer kann gewählt werden?

Wer in der Ausbildung oder unter 25 Jahre alt ist, kann sich zur JAV-Wahl aufstellen lassen. Wer am Tag des Beginns der neuen JAV-Amtszeit das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder eine Ausbildung absolviert, darf also kandidieren. Interessiert? Dann wende Dich für weitere Informationen an deine amtierende JAV oder deinen Betriebsrat in dem Betrieb, indem du deine Ausbildung machst.

Wer darf wählen?

Der Kreis der Wahlberechtigten hat sich durch das Betriebsrätemodernisierungsgesetz vergrößert. Für die JAV kandidieren dürfen alle Arbeitnehmer*innen die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben sowie alle zur Berufsausbildung Beschäftigten unabhängig vom Alter (Auszubildenden, dual Studierenden etc.). Durch den Wegfall der Altersgrenze im Wahlrecht können beispielsweise auch Trainees und Volontäre mitwählen und kandidieren.

Weitere Artikel

Back to top button
Close