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Stahl-Bosse treten auf Lohn-Bremse

Düsseldorf: Erste Tarifverhandlung für die Stahlbeschäftigten in Nordwestdeutschland. Geld ist da, sagen die Stahl-Bosse am Verhandlungstisch. Abgeben wollen sie jedoch nichts. Sie stehen mit beiden Füßen auf der Lohn-Bremse. Bei Erfüllung der IG Metall-Forderung „fahren wir mit Vollgas in die Krise“!, so ihr Lamento.

Die IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung für die 72.000 Beschäftigten in NRW, Niedersachsen, Bremen und Dillenburg/Hessen. Außerdem eine Verlängerung der Tarifverträge „Altersteilzeit“ und „Werkverträge“. Die Arbeitgeber wiesen diese Forderungen zurück, machten aber selbst kein Angebot.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Andreas Goss, der Chef von ThyssenKrupp Steel Europe übte sich im Spagat: Ja, der deutschen Wirtschaft geht’s gut – aber die Erwartungen sind schlecht.“ „Ja, die Stahlpreise steigen seit einem Jahr – aber früher waren sie höher“. „Und: Damit etwas in der Kasse hängen bleibt, treten wir auf die Lohn-Bremse.“

Tatsächlich wächst die Weltwirtschaft, auch die deutsche Wirtschaft erlebt einen Aufschwung. Der Umsatzrückgang im Stahl verlangsamt sich und die Stahlproduktion steigt laut Wirtschaftsvereinigung Stahl auf fast 43 Millionen Euro. Die Wirtschaftsforschungsinstitute blicken „verhalten optimistisch“ in die Zukunft.

Wichtiger Wachstumstreiber ist nach wie vor der private Konsum, sprich das Einkommen der Beschäftigten, erläuterte die IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler in Düsseldorf. Gleichzeitig kehre die Inflation zurück. Sie und der Produktivitätsfortschritt ergeben ein Plus von 2,8 Prozent. Zur Stabilisierung der privaten Nachfrage fordere die IG Metall weitere 1,7 Prozent. Macht zusammen 4,5 Prozent.

Die IG Metall erwartet in der zweiten Verhandlung am 6. März in Essen endlich ein diskussionsfähiges Angebot.

Foto: MetallerInnen fordern höhere Löhne – Foto: IGM GH-Archiv

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