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TEAM IG METALL – Interview zur Betriebsratswahl mit Robin Libuda und Marc Tietze von O&K Antriebstechnik

„Gegen Ungerechtigkeiten und für faire Behandlung“ – Interview Nr. 5 unserer Reihe zu den BR Wahlen 2022

„Wie wichtig ein Betriebsrat ist, der von einer starken Gewerkschaft unterstützt wird, haben wir gerade bei uns erlebt“, sagt Robin Libuda, stellvertretender IG Metall-Vertrauenskörperleiter bei der O&K Antriebstechnik. Im Unternehmen ist er in der Qualitätssicherung tätig. Tatsächlich ist es vor 13 Jahren der Belegschaft und der gewerkschaftlichen Interessenvertretung gelungen, die Abbau-Pläne des italienischen Carraro-Konzernvorstandes zu durchkreuzen. Heute produzieren immer noch rund 140 Beschäftigte an der Ruhrallee in Hattingen Achsantriebe sowie Schwenkantriebe, Fahrantriebe, Windenantriebe und Messerantriebe – seit 2016 für den Bonfiglioli-Konzern. „Mitreden, mitbestimmen, dem Management nicht allein die Entscheidung über die Zukunft der Arbeitsplätze und des Standortes überlassen, das ist einer der Gründe, warum ich wieder für den Betriebsrat kandiere“, hebt der kaufmännische Angestellte Marc Tietze hervor.

Als Vorsitzender des Wahlvorstandes bereitet Marc mit seinen Kollegen die Betriebsratswahl im März vor. Für ihn, der das zum ersten Mal macht, nicht ganz einfach, denn die „alten Hasen“ sind inzwischen fast alle in den Ruhestand ausgeschieden. Auch der bisherige Betriebsratsvorsitzende Gerd Starosta wird mit Beendigung der Amtsperiode seinen wohlverdienten Ruhestand antreten. Dennoch: Marc und Robin sind überzeugt, dass sie die Wahl ohne Probleme über die Bühne bekommen werden. Mittlerweile hat der Wahlvorstand die Geschäftsführung aufgefordert, eine Vereinbarung über die Durchführung des „vereinfachten Wahlverfahrens“ abzuschließen und der Arbeitgeber dieser Vereinbarung zugestimmt. Durch die Verkürzung der Fristen kann das 7-köpfige Betriebsratsgremium so schneller gewählt werden.

Nicht ganz so reibungslos läuft es mit der Findung von Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind bei der Wahl zu kandidieren. „Alle halten den Betriebsrat für notwendig, doch den Schritt zu machen und selbst anzutreten, scheuen viele“, berichtet Robin. Dennoch sei es gelungen auch Neue für die Kandidatur zu gewinnen, Vielleicht raffe sich der oder die andere noch auf und „erklärt ihre/seine Bereitschaft zu kandidieren.“

Wie in fast allen Betrieben erschwert die Corona-Pandemie die Information und Kommunikation mit den Beschäftigten. Mit dem klassischen Flugblatt bzw. Aushang sind viele derzeit nicht erreichbar, beispielsweise arbeiten die Angestellten fast ausschließlich in Home-Office. So werden die wichtigsten Infos den Beschäftigten per E-Mail zugesandt, um sie auf dem Laufenden zu halten. „Es ist aufwändig, aber momentan geht es leider nicht anders“, meinen Marc und Robin.

Beide IG Metaller – 2018 erstmals als Betriebsratsmitglieder – gewählt, treten wieder an. Sie streiten gemeinsam gegen „Ungerechtigkeiten“, gegen die Anwendung von „Nasenfaktoren“ bei Beurteilungen und für eine „faire Behandlung“ ihrer Kolleg*innen, die letztlich mit ihrem Wissen und Können die qualitativ hochwertigen Produkte fertigen.

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