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Top-Thema: Soziale Gerechtigkeit

„Die Mehrheit der Beschäftigten wünscht sich einen Kurswechsel – hin zu mehr Solidarität. Das ist ein Ergebnis der Beschäftigtenbefragung 2017 der IG Metall“, sagte die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader: „Soziale Gerechtigkeit ist ein Top-Thema.“ An der Umfrage haben sich 681.241 Beschäftigte (Gevelsberg-Hattingen: 1.620) aus gut 7.000 Betrieben beteiligt, darunter — was beachtlich ist — ein Drittel Nichtmitglieder. Diese Zahlen haben ein Gewicht, wenn die IG Metall die Botschaften der Beschäftigten aufgreift und in Forderungen an die Arbeitgeber und die Politik umsetzt.

„Krankenkasse und Rente“

Ob bei der Krankenkasse oder der Rente Die finanzielle Belastung der Beschäftigten steigt seit Jahren. Gleichzeitig sinken die Leistungen. Die Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung machen deutlich: Die überwältigende Mehrheit der ArbeitnehmerInnen will diesen Kurs beenden. Der Wunsch sowohl in den Betrieben der IG Metall Gevelsberg-Hattingen als auch bundesweit ist eine solidarische Sozialpolitik. 94 Prozent (Bund: 95%) der Befragten wollen die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung, d.h. die Arbeitgeber sollen wieder die Hälfte der Kassenbeiträge übernehmen. Steigende Gesundheitskosten dürfen nicht länger einseitig den Versicherten aufgebürdet werden.

Nicht einmal die Hälfte erwartet, bis 67 arbeiten zu können. 89 Prozent (Bund: 86%) glauben nicht, dass die Versorgungslücke, die durch das sinkende Rentenniveau entstanden ist mit privater Extra-Absicherung geschlossen werden kann. Fest steht: Nicht das Renteneintrittsalter, sondern das Rentenniveau soll steigen. 88 Prozent (Bund:85%) der Befragten sind bereit, höhere Beiträge zu zahlen, wenn das Rentenniveau stabilisiert und mittelfristig erhöht wird. Und 93 Prozent der befragten Beschäftigten wollen einen Anspruch auf eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge aus.

„Arbeitswelt im Umbruch“

Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Industrie 4.0 lautet das Schlagwort: Ein neuer Schub an Automatisierung, Produktivitätsgewinnen, Neuzuschnitten der Betriebe, Abteilungen, Teams und Arbeitsplätze werden bestehende Problemlagen weiter zuspitzen. Viele ArbeitnehmerInnen empfinden mehr Unsicherheit, zunehmende Ungleichheit und wachsende Fremdbestimmung. So verwundert nicht, dass 96 Prozent (Bund: 93%) bei der Gestaltung von Industrie 4.0 Sicherheit und berufliche Perspektive für wichtig halten. Denn nur wer keine Angst um die Zukunft haben muss, kann gut und kreativ arbeiten. 96 Prozent (Bund: 93%) der Befragten fordern eine Bildungspolitik, in der soziale Herkunft keine Rolle mehr spielt – und ein Recht auf betriebliche Fortbildung verbrieft ist.

„Arbeitslose KollegInnen dürfen nicht auf der Strecke bleiben“

91 Prozent (Bund: 89%) sagen: Weg mit befristeten Verträgen ohne Grund, Minijobs und ausbeuterischer Soloselbstständigkeit. Und eine klare Mehrheit erwartet: kein Ausspielen von Geflüchteten und Beschäftigten gegeneinander.

Auch arbeitslose KollegInnen dürfen nicht auf der Strecke bleiben. 87 Prozent (Bund: 83%) der Beschäftigten sagen deshalb: Eine bessere Qualifizierung muss Vorrang haben vor Vermittlung in unsichere, schlechter bezahlte Jobs. Zukunft braucht Sicherheit. Daher muss die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes verlängert werden. „Hauptsache Arbeit“, egal welche, ist nicht Sache der Beschäftigten, es ist gute, qualifizierte und gesunde Arbeit, die zukunftstauglich ist.

Das ist es, was die Beschäftigten mit Blick auf die Themen „Gerechtigkeit“ und „Wandel der Arbeitswelt“ wollen. Clarissa Bader: „Die Befragung ist ein klarer Auftrag an die Politik, dass es in dieser Republik gerecht zugeht, auch in der digitalen Arbeitsgesellschaft von morgen. Und dazu gehören klare gesetzliche Regeln und Grenzen zur Arbeitszeit.“

Zur Info: Die Ergebnisse der Befragung zum Thema „Arbeitszeit“ wurden im Artikel
„35 Stunden-Woche bleibt die Haltelinie“ (22.05.2017) auf dieser Seite dargestellt.

Foto: „Die Eisen schmieden…“  Foto: Thomas Range

 

 

 

 

 

 

 

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