AktuellesArtikelIG Metall

„Unser Jahr hat 366 Frauentage!“

Sprockhövel. Im IG Metall Bildungszentrum feierten die Frauen der IG Metall mit vielen weiblichen, aber auch männlichen Gästen aus der Region den Internationalen Frauentag. Vor 125 Jahren als dieser „Kampftag“ von der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz beschlossen wurde, standen vor allem der Kampf für das Wahlrecht und soziale Gerechtigkeit auf der Tagesordnung, so die Gewerkschaftssekretärin Jennifer Schmidt. Auch wenn viel erreicht worden sei, müssten Frauen auch heute weiterhin für „ihre Rechte streiten“.

„Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit“ gibt es heute noch nicht“, sagte die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader und belegte dies mit der Zahl, dass Frauen „rund 22 Prozent“ weniger verdienen als Männer. Aufs Jahr umgerechnet bedeute dies, dass Kolleginnen „79 Tage“ umsonst arbeiten. Dieser „Skandal“ dürfe nicht hingenommen werden, auch deshalb sei die Initiative der Bundesfamilienministerin Manuela Schleswig (SPD) ein „Entgeltgleichheits-Gesetz“ vorzulegen, zu begrüßen.

Wie beim Mindestlohn formiere sich erneut wieder Widerstand bei den Arbeitgebern, die diese Initiative als „Bürokratiemonster“ diffamieren. Dabei habe doch gerade der Mindestlohn dazu beigetragen, so die Gewerkschafterin, dass „Menschen am unteren Ende der Einkommensskala nicht weiter abgehängt werden“. Das betrifft überwiegend Frauen. Sie kritisierte darüber hinaus die Arbeitgeber, die nach wie vor mit „Tricks“ zu verhindern suchten, dass der gesetzlich vorgeschriebene Frauenanteil beispielsweise in Aufsichtsräten mit „Tricks“ umgesetzt werde. „Es gibt noch viele dicke Bretter zu bohren“, erklärte Clarissa Bader unter Beifall.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

„Unser Jahr hat 365 (366) Frauentage!
„Unser Jahr hat bekanntlich 365 Frauentage, und in diesem Jahr sogar 366“, so Jennifer Schmidt. Zeit für Themen, die nach vorne gebracht werden müssen: Teilzeit, Niedriglohn, Rentenlücke, Gender Gap – noch immer seien Frauen in fast allen Bereichen des Arbeitslebens deutlich benachteiligt – auch international. Schmidt verurteilte in diesem Zusammenhang entschieden den Einsatz der türkischen Polizei mit Gummigeschossen gegen Frauen, die in Istanbul und Ankara gegen die „Gewalt gegen Frauen in der Türkei“ demonstrierten.

„Frauen, (U)ngeheuer im Kommen“:
Die Künstlerinnen Gisela E. Marx und Dorrit Bauerecker (Musik) nahmen anschließend die Versammelten mit auf ihren „Satire-Ritt“ durch den hundertjährigen Kampf der Frauen für ihre Rechte. Die Mischung aus Musik, Gesang und Texten u.a. der sozialistischen Frauenrechtlerin Clara Zetkin machten den Abend zu einem Gewinn. Es war informativ und machte Spaß den Künstlerinnen zu zuhören.

Die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag klang mit der gemeinsam gesungenen Hymne der kämpferischen Frauenbewegung „Brot und Rosen“ aus: „Wenn wir zusammen gehen, kommt mit uns ein bess’rer Tag. Die Frauen, die sich wehren, wehren aller Menschen Plag. Zu Ende sei, dass kleine Leute schuften für die Großen. Her mit dem ganzen Leben, Brot und Rosen!“

Also mitmachen: Denn von alleine ändert sich nichts!

Foto 1: Die Künstlerinnen Dorrit Bauerecker und Gisela E. Marx bei ihrem Auftritt im Bildungszentrum
Foto 2: Jennifer Schmidt und Clarissa Bader mit Frau „Holle“, Birgit Schlag und Helga Heugel (v.l.n.r.)
Fotos: IGM GH

Weitere Artikel

Back to top button
Close