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Was Ferienjobber beachten müssen

Gevelsberg. Ferien sind für Jugendliche nicht nur eine Gelegenheit, auszuspannen oder Sonne zu tanken, sondern auch, um die eigenen Finanzen in den Wochen von Juni bis September durch Ferienjobs aufzubessern. Was ist dabei zu beachten? Ab wann muss man Beiträge zur Renten- oder Krankenversicherung bezahlen? Gewerkschaftssekretärin Jennifer Schmidt hat einige Informationen rund um den Ferienjob zusammengestellt.

Wer darf arbeiten? Wie lange?

Grundsätzlich ist Kinderarbeit bis einschließlich dem 14. Lebensjahr verboten. Nur wenn die Eltern zustimmen, dürfen Kinder über 13 Jahre bis zu zwei, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich zwischen
8 und 18 Uhr arbeiten. Es müssen aber leichte Tätigkeiten sein – zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitung austragen oder Botengänge.

Wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist, gilt als Jugendlicher. Und für die gibt es beim Jobben in den Ferien weniger Einschränkungen. Wenn sie noch zur Schule gehen, maximal vier Wochen pro Jahr. Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden je Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 bis 20 Uhr. Ausnahmen gibt es für SchülerInnen, die bereits 16 Jahre alt sind. Sie dürfen beispielsweise in Gaststätten bis 22 Uhr arbeiten.

Wie ist es mit dem Versicherungsschutz?

Versichert sind SchülerInnen während ihres Ferienjobs bei der Unfallversicherung des Arbeitgebers. Der Versicherungsschutz beginnt am ersten Arbeitstag und gilt auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause.

Wer hat Anspruch auf den Mindestlohn von 8,50 Euro?

Mit dem Mindestlohngesetz haben FerienarbeiterInnen, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf 8,50 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird. Bei Geringfügigkeit dürfen maximal 52 Stunden im Monat gearbeitet werden. Für unter 18­ Jährige gilt das Mindestlohngesetz nicht. Doch auch sie sollten den Lohn im Blick haben, wenn der Arbeitsvertrag unterzeichnet wird. Denn auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden.

Wer muss Steuern bezahlen?

Zwar sind keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig, jedoch Steuern, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 721 Euro brutto liegt. Die Steuern werden normalerweise im nächsten Jahr erstattet, wenn der/die Betroffene beim Finanzamt einen Antrag stellt. Dem Arbeitgeber muss in jedem Fall eine elektronische Lohnsteuerkarte ausgehändigt werden.

Für Studierende gilt: Seit dem 1. Januar 2015 können Studierende 70 Arbeitstage oder drei Monate im Jahr arbeiten, ohne Sozialversicherungsbeiträge abführen zu müssen. Bisher waren nur 50 Tage oder zwei Monate bei einer Fünf-Tage-Woche möglich. Diese Übergangsregelung läuft Ende 2018 aus.

Achtung: Das Einkommen kann sich auf das BAföG auswirken. Beim BAföG liegt die Hinzuverdienstgrenze beispielsweise bei 406,66 Euro im Monat (4.880 Euro je Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten). Ab dem Wintersemester 2016 erhöhen sich die Beträge auf 450 Euro monatlich bzw. 5400 Euro im Bewilligungszeitraum. Verdient man dauerhaft mehr, droht die Kürzung. Keine Rolle spielt das Einkommen dagegen seit 2012 beim Kindergeld.

Mehr für Gewerkschaftsmitglieder

SchülerInnen und Studierende, die IG Metall-Mitglied sind, dürfen in tarifgebundenen Metallbetrieben nicht mit Billiglöhnen abgespeist werden. Sie haben genauso wie die festangestellten Beschäftigten Anspruch auf Tarifentgelt. Wenn der Ferienjob mindestens einen (Kalender-) Monat dauert, stehen den Gewerkschaftsmitgliedern außerdem nicht nur die zwei Urlaubstage zu, die das Gesetz vorschreibt, sondern drei. Wer zwei Monate jobbt, hat fünf Urlaubstage statt der gesetzlichen drei.

Vorteile für IG Metall-Mitglieder

Das alles ist nicht umsonst, aber auch nicht teuer: Der Gewerkschaftsbeitrag beträgt ein Prozent des Bruttoverdienstes. Wer danach in der IG Metall bleibt, zahlt als Schüler/in oder Studierende/r nur 2,05 Euro im Monat.

Dafür bietet die IG Metall ihren Mitgliedern weitere Vorteile:

>Tipps und Beratung bei den Themen Studienfinanzierung, Praktikum, Nebenjob, Einstiegsgehalt und
Tarifbindung;
>Rechtsschutz in arbeits- und sozialrechtlichen Fällen sozialrechtlichen Fällen auch bei
Prüfungsstreitigkeiten, wenn die erfolgreiche Fortsetzung oder Beendigung des Studiums von der Prüfung
abhängt;
>Kostenfreie Seminare zum Thema Berufseinstieg, Zeitmanagement und politischen Themen
>Prüfung von Arbeits- und Praktikumsverträgen sowie –zeugnissen;
>Informationen und Tipps zu den Themen Einstiegsgehälter und Arbeitsvertrag;
>Studierendenmagazin „Die Schnittstelle“ (das Info-Blatt für Studierende) liefert Interessantes und
Wissenswertes. Sie liegt im März und September der monatlich erscheinenden metallzeitung bei;
>Freizeitunfallversicherung – auch gültig im Auslandssemester (ab einem Jahr Mitgliedschaft)
>Freikarten für die CeBIT und Hannover-Messe
>Kostenfreie International Student Identity Card (ISIC)

 Foto: Ferienjobs – bedienen, Eis verkaufen, Material ran karren – Foto: NGG

 

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