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„Wir verändern was, wenn wir gemeinsam handeln!“

Es ist zwei Jahre her: Da setzten mehrere hundert Demokraten – unter ihnen viele junge MetallerInnen – ein klares „Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit.“ Die auf dem Untermarkt Versammelten waren sich einig: In Hattingen, ja in der ganzen Region hat der Rassismus der islamfeindlichen Pro-NRW-Aktivisten keinen Platz. „Wir wollen das braune Pack hier nicht haben“, rief Robin Libuda unter Beifall der Protestierenden.

„Refugees welcome!“, der Jugendvertreter der O&K Antriebstechnik findet es cool, dass sich die IG Metall-Jugend für Menschen engagiert, die vor Krieg, Hunger und Verfolgung flüchten müssen und gegen rechte Dumpfbacken Stellung bezieht. „Ein „Highlight“ war die gemeinsame Jugendversammlung mit rund 80 Auszubildenden im „Filmriss“ in Gevelsberg“, so Robin.

Themen wie Hass, Gewalt, Ausgrenzung Andersdenkender und Ausländerfeindlichkeit wurden debattiert. Danach demonstrierten die Jugendlichen durch Gevelsberg zum Rathaus und übergaben Bürgermeister Claus Jacobi ihre gemeinsame Erklärung „Wir zeigen Respekt! Rassismus kriegt die rote Karte!“

Robin Libuda wurde 1990 in Bochum geboren, also „tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser, als man glaubt, tief im Westen“, wie Herbert Grönnemeyer seine Geburtsstadt musikalisch beschreibt. Aufgewachsen ist Robin, der schon früh das „Lebensgefühl des Ruhrpotts“ verinnerlichte, im nördlichen Stadtteil Hiltrop.

„Nein, ein stiller Typ sei er nicht gewesen, eher ein Rabauke“, meint er und fügt hinzu: „Und der einfachste Schüler auch nicht.“ Nach der Grundschule wechselte er an die Realschule im Schulzentrum Dahlhausen. Sportlich fühlte sich Robin zum Fußball hingezogen, heute spielt er in der 3. Mannschaft der SG Linden-Dahlhausen e.V. und leidet bzw. jubelt mit dem „VFL Bochum“.

Durchs Internet stieß der Schulabgänger auf den Getriebeproduzenten O&K Antriebstechnik in der Nachbarstadt Hattingen. Hier begann er 2010 eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. „Es waren unser Betriebsratsvorsitzender Gerd Starosta und unsere
‚Jugend“-Sekretärin, die mich gleich zu Beginn der Ausbildung als Mitglied der IG Metall gewonnen haben“, erinnert sich der 25-Jährige. Ihre Argumente beim „Begrüßungsgespräch mit den Neuen“ in der „Karrierewerkstatt“ in Witten, wo sie ihre Grundausbildung absolvierten, „fielen bei mir auf fruchtbaren Boden“. Ihn habe die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen im sozialwissenschaftlichen Unterricht in der Realschule „politisiert“.

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Noch im gleichen Jahr wählten ihn die O&K-Auszubildenden zu ihrem Jugendvertreter. Auf Jugendversammlungen berichtet er über seine Aktivitäten für die Verbesserung der Ausbildung, Diskussionen in den Betriebsratssitzungen, an denen er teilnimmt und die Aktivitäten des Ortsjugendausschusses der Geschäftsstelle Gevelsberg-Hattingen auf dessen Agenda derzeit ganz oben die „Novellierung des Berufsbildungsgesetzes“ steht.

„Im Jugendausschuss vor Ort erfuhr ich sehr schnell, dass die KollegInnen in den anderen Betrieben, die gleichen Probleme hatten wie wir“, berichtet Robin, und dass nur etwas verändert bzw. durchgesetzt werden kann „wenn wir gemeinsam handeln“. Stark findet er wie sie sich mit Aktionen zu ihren Jugend-Forderungen zur „Übernahme“ und „Revolution Bildung“ in die Tarifrunden eingebracht haben.

Überhaupt ist der junge Gewerkschafter überzeugt, dass Jugendliche seiner Generation sich vielmehr mit politischen Themen inhaltlich auseinanderzusetzen müssten. Dazu können wir beitragen: „Wir müssen mit ihnen reden, sie informieren und interessieren, sich für eigenen Rechte einzusetzen.“ Deshalb habe es ihm auch großen Spaß gemacht, als er im Januar erstmals in einem „Seminar für Javi’s“ hospitiert habe. „Das hat mich motiviert, mich zum Referenten für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit qualifizieren zu lassen.“

Schon während der Ausbildung hat sich Robin auch für die berufliche Weiterbildung entschieden. Seit dem 3. Ausbildungsjahr besucht er drei Mal in der Woche abends das Berufskolleg mit dem Ziel, seinen Techniker zu machen. „Heute nachdem ich als Facharbeiter tätig bin und dreifache Schicht arbeiten muss, kein leichtes Unterfangen,“ schildert er seine Belastungen.

Es sei manchmal schon ein bisschen heftig, merkt Robin so nebenbei an, und erzählt gleichzeitig begeistert was so alles in den kommenden Wochen bei der IGM-Jugend ansteht, was sie gemeinsam planen und umsetzen wollen. Das „koste schon viel freie Zeit“ – dennoch das Fußball spielen am Sonntag muss schon drin sein wie das „Fit halten in der Mucki“-Bude und das gemeinsame Bierchen mit Freunden am Wochenende.

Foto 1: Robin Libuda spricht auf der Kundgebung „Hattingen gegen rechts“
Foto 2: JAV-Vertreter Robin Libuda in der Betriebsratssitzung bei O&K AT
Fotos: IGM-GH

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