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„Wollt ihr fünf?“ – „Ja“ schallte es über das Hüttengelände

Hattingen: Seit Ende der Friedenspflicht rollt die Warnstreikwelle der MetallerInnen durch die Republik. Am Dienstag (03.05.) erreichte sie Hattingen. Rund 300 Kolleginnen und Kollegen aus 10 Betrieben versammelten sich im Windschatten des Hochofens. „Hier auf dem Hüttengelände wurden viele Kämpfe ausgefochten. Heute protestieren wir hier gegen das „Verhalten der Metallarbeitgeber, das seines gleichen sucht“, rief die IG Metall-Bevollmächtigte den Warnstreikenden zu.

Das „Angebot“ zuerst von 0,9 Prozent auf 12 Monate und dann von 2,1 Prozent auf 24 Monate sei nicht nur eine „Missachtung der Arbeitsleistung“ der in der Metallindustrie Beschäftigten, sondern auch „gesamtwirtschaftliche Unvernunft“, so die Gewerkschafterin. Die Aktion würde zeigen, dass die IG MetallerInnen solche „Provokationen“ nicht akzeptieren würden. Bader: „Wenn notwendig sind wir in der Lage eine Schippe draufzulegen“.

Der Fordsche Satz „Autos kaufen keine Autos“ gelte noch immer: Wer also den Beschäftigten eine angemessene Entgelterhöhung vorenthalte, würge die Konjunktur ab. Und dies in einer Zeit, in der es „keinen Grund für Schwarzmalerei“ gebe. Alleine die fünf größten Konzerne der Metall- und Elektroindustrie würden in diesem Jahr an ihre Aktionäre mehr Dividende ausschütten als die Entgelterhöhung für alle 3,8 Millionen Beschäftigten der Branche koste, rechnete Clarissa Bader vor.

Die Antwort gaben die Demonstranten als der Betriebsratsvorsitzende von Stüwe, Claus Möller, fragte: „Wollt ihr 1%?“ „Nein!“ schallte es lauft über den Platz, Wollt ihr zwei, drei, vier Prozent?
Immer wieder war ein lautes Nein zuhören. Erst bei: „Wollt ihr fünf Prozent?“, kam ein lautstarkes „Ja!“ Das Arbeitgeberangebot bezeichnete Claus Möller als „unwürdig“, so behandle man keine Beschäftigte, die Tag für Tag in den Betrieben qualifizierte Arbeit leisten würden.

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„Wollen die uns verarschen?“, fragte auch Willi Herold, Betriebsratsmitglied der Maschinenfabrik Köppern vor deren Toren die IG Metall-Kundgebung stattfand. Die dortige Geschäftsführung trug durch ihren Streit um die Verteilung der Warnstreikaufrufe auf dem Werksgelände unfreiwillig dazu bei, dass alle die Arbeit ruhen ließen und nach draußen gingen.

Gerd Starosta, Betriebsratsvorsitzender der O&K Antriebstechnik, verurteilte die „mickrige Magerkost“, was die Arbeitgeber als Angebot bezeichnen würden. Die Beschäftigten, die gute Arbeit leisten würden, hätten Anspruch auf gute Bezahlung. Deshalb sei es richtig hier zu stehen und „Flagge zu zeigen“: Für fünf Prozent mehr Entgelt.

Die Beschäftigten der Firmen Köppern, O&K Antriebstechnik, Stüwe, Bildungszentrum, Wengeler & Kalthoff, Reuschling, Eich, Vulkan, Hauhinco und Pintsch Tiefenbach, die an der Aktion beteiligt waren, verabschiedete die IG Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader mit den Worten: „Wir für mehr – gemeinsam schaffen wir ein gutes Tarifergebnis!“

Foto 1: MetallerInnen fordern auf dem Hüttengelände „Gib mir fünf!“
Foto 2: Clarissa Bader spricht zu den Warnstreikenden

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