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„Zusammen sind wir stärker!“

Gevelsberg. „Guten Morgen, wir sind von der IG Metall und möchten ihnen eine kleine Aufmerksamkeit überreichen“. So oder ähnlich sprachen IG MetallerInnen im Dezember frühmorgens zur Arbeit eilende bzw. fahrende Beschäftigte der Firmen DIRAK und Hugo Lahme GmbH an. „Viele der Autofahrer hielten an, kurbelten die Scheibe runter und alle Insassen nahmen das ‚rote IGM-Säckchen‘ entgegen“, berichteten die beteiligten Aktiven. Gemeinsam mit der Gewerkschaftssekretärin Jeannette Hentschel werteten sie die erste Aktion aus.

Ziel ihrer Verteilaktion war mit Beschäftigten der beiden Traditionsunternehmen im Gewerbegebiet Oelkinghausen und in Hasslinghausen Kontakt aufzunehmen und zu zeigen: Die Gewerkschaft ist vor Ort präsent. „Kein leichtes Unterfangen zu Beginn der Frühschicht im Dunkeln. Viele kommen auf den letzten Drücker angebraust“, meint Holger Steinke. „Da müsse man schon offensiv drauf zugehen und die Autos stoppen“, ergänzt Wolfgang Lange. Allerdings, das schildern alle, bleibe kaum Zeit um Gespräche zu führen, „da die nachfolgenden Fahrzeuge sich an der Einfahrt stauen“.

Dabei hatten sie sich doch extra „auf einem Wochenendseminar auf diese Gespräche vorbereitet“, betont Dieter Fraune. Dennoch gewannen alle den Eindruck, dass „die überwiegende Zahl der Angesprochenen positiv reagierte“, so Wolfgang Krieger. Und einer kam sogar aus der Deckung und sagte: „Das wurde auch mal Zeit, dass sich die IG Metall hier sehen lässt“.

Neue Betriebe erschließen und Betriebsräte aufbauen

„Wir wollen neue Betriebe erschließen und zusammen mit den Beschäftigten Betriebsratsstrukturen aufbauen“, umreißt Jeannette Hentschel die Ziele des „Erschließungsprojektes“. Es gehe darum Beschäftigte in Betrieben ohne Betriebsrat zu ermutigen und zu unterstützen, ihre Mitbestimmungsrechte selbst wahrzunehmen. Nach ersten erfolgreichen Ansätzen im Hattinger Gewerbepark Henrichshütte hat sich das IG Metall Team der Geschäftsstelle Gevelsberg-Hattingen für Aktivitäten im Gewerbegebiet Oelkinghausen entschieden.

„Hier gibt es für die IG Metall noch viele ‚weiße Flecken‘, also betriebsratslose Betriebe“, erläutert Kollegin Hentschel, die das Projekt federführend betreut. In diesem über 40 ha großen Ennepetaler Gewerbegebiet an der Stadtgrenze zu Schwelm haben sich in den letzten Jahren viele neue Betriebe angesiedelt. Nach einer „strategischen Recherche“ wurde die Entscheidung getroffen, sich zunächst auf die Firmen DIRAK und Hugo Lahme GmbH zu konzentrieren

DIRAK und Hugo Lahme GmbH: Gespräche suchen

In den Produktionsstätten Oelkinghausen und Hasslinghausen, der 1991 gegründeten DIRAK stellen rund 250 Beschäftigte hochwertige Verschlüsse, Scharniere und andere Beschlagtechniken für anspruchsvolle Einsätze her. Darüber hinaus gibt es Produktions- und Montagestandorte in Indien, China und in den USA. Dagegen widmen sich die circa 60 Beschäftigten, der 1945 gegründeten Hugo Lahme GmbH, der Entwicklung optimaler Lösungen für Schwimmbäder, Pools und Wasserattraktionen sowie innovativer Gusslösungen. Im Tochterunternehmen GMG GussTec GmbH im thüringischen Gera mit ca. 45 Beschäftigten, in dem es schon einen Betriebsrat gibt, werden insbesondere Großgussteile gefertigt.

„Das Gespräch mit den Beschäftigten suchen und Kontakt zu ihnen herzustellen, können die Hauptamtlichen der Geschäftsstelle nicht alleine bewältigen“, erläutert Jeannette Hentschel. Inzwischen habe sich ein „Aktivenkreis“ gebildet, an dem sich derzeit 19 KollegInnen beteiligen. Auf die Gespräche mit den Beschäftigten bereiteten sie sich u.a. mit einem Kommunikationstraining – mit Hintergrundinformationen und praktischen Übungen – im IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel vor.

Jetzt heißt es: „Wir kommen noch einmal.“ Nach dem gelungenen Einstieg, werden die IG Metaller erneut Präsenz vor den Betrieben zu zeigen. Dies soll Anfang Februar geschehen. Dann bekommen die Beschäftigten Hinweise auf eine „Erste-Hilfe-Hotline“ in die Hand gedrückt. Die aktiven IG MetallerInnen sind optimistisch, dass ihre Botschaft „Zusammen sind wir stärker“ ankommen wird.“

Foto: Ein Teil der Aktiven im Gewerkschaftshaus Gevelsberg – Foto: IGM-GH

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