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ES KLAFFT EINE RIESENLÜCKE

+++ Arbeitgeber erhöhen Angebot minimal auf 3,5 Prozent +++ Vorsichtige Annäherung im Ringen
um verkürzte Arbeitszeiten +++ Knut Giesler: Das ist alles noch zu wenig +++ 24-Stunden-Streiks
beginnen sofort +++

Knut Giesler hatte es kommen sehen: Beschäftigte der nordwestdeutschen Stahlindustrie werden ab morgen zu Zehntausenden streiken. Jetzt zündet die IG Metall diese nächste Eskalationsstufe der 24-Stunden-Streiks. Der Grund: Die Arbeitgeber erfüllen die Forderungen der Gewerkschaft
weiterhin nicht ansatzweise.

Vor allem bei der Entgeltfrage klafft weiterhin eine Riesenlücke. Die Arbeitgeber erhöhten ihr bisheriges Angebot um mickrige 0,4 Prozent auf nun 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten. Hinzu käme eine Einmalzahlung als Inflationsausgleich von 1.000 Euro im Januar. Auch summiert ist dies noch meilenweit entfernt von den geforderten 8,5 Prozent der IG Metall. „Dieser kleine Schritt der Arbeitgeber hat uns sehr enttäuscht”, sagte Verhandlungsführer Knut Giesler. Zuvor waren beide Seiten beim Thema Arbeitszeit aufeinander zugegangen. „Die Einmalzahlung als Inflationsausgleichsprämie ist aber zu niedrig, die
Prozente sind zu mager und die Annäherung bei der Arbeitszeit reicht nicht aus. So kann man zu keinem Ergebnis kommen.” Abgehakt sind indes die Punkte: Altersteilzeit, Werkverträge und Beschäftigungssicherung. Die bestehenden Tarifverträge zu diesen Themen werden verlängert.

Die nun beschlossenen 24-Stunden-Streiks der IG Metall treffen die Arbeitgeber hart, weil der wirtschaftliche Schaden deutlich höher ist als bei Warnstreiks. Gleich um 4:30 Uhr geht es in Finnentrop los. Dann folgen flächendeckend weitere Betriebe. „Bei diesem dürftigen Angebot der Arbeitgeber brauchen wir für die Mobilisierung der Streiks keine Motivationsrede”, sagte Giesler. Die Verhandlungen gehen am kommenden Freitag in die nächste Runde. Ob es eine Einigung vor Weihnachten geben wird, ist unklar. Fest steht jedoch: „Wir werden unseren Leuten kein Paket mit faulen Kompromissen unter den Baum legen”, sagte Giesler.

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