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Neuer Kollege – Neuer Schwung

Ein Gespräch mit Daniel Irschei

Am 15.01.2024 hat Daniel Irschei als Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper angefangen. Zuständig ist er u.a. für die Themen Jugend, Ausbildung, Studium und die Textilindustrie.

Daniel Irschei wurde 1990 in Hagen geboren – 1990 ein Jahr voller politischer Neuerungen. Eins der für uns prägendsten Ereignisse war die Deutsche Wiedervereinigung, nachdem bereits 1989 mit dem Mauerfall das Ende des Kalten Krieges und der Zerfall der Sowjetunion eingeläutet wurde.

Er besuchte die Gesamtschule in Hagen Eilpe, spielte dort lange Jahre Handball und wohnte auch selbst viele Jahre dort. Nach seiner Fachhochschulreife begann er 2008 eine Ausbildung bei ThyssenKrupp Bilstein in Ennepetal. Dort erlernte er den Beruf des Industriemechanikers. „Die Arbeit hat mir nicht wirklich Spaß gemacht.“ sagte Daniel mit einem Augenzwinkern. „Aber die Arbeit als Jugendvertreter, die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und der IG Metall, haben mich meine Ausbildung durchziehen lassen.“ So war er fast seit seinem Ausbildungsbeginn, ab Oktober 2008 in der JAV bei ThyssenKrupp Bilstein aktiv.

„Unsere größten Erfolge waren sicherlich der Erhalt der Ausbildungswerkstatt und der Ausbildung im Allgemeinen. Das hat sich mittlerweile leider auch geändert.“, so Daniel.

Daniel war seit 2008 auch beim OJA (Ortsjugendausschuss) im damaligen Gevelsberg-Hattingen dabei. Ab 2010 war er auch im BJA (Bezirksjugendausschuss) aktiv. Dort lernte er andere Gewerkschafter*innen aus ganz NRW kennen. „Diese Erfahrungen bestärkten mich darin, dass wenn wir zusammenhalten alles möglich ist! So haben wir es geschafft 2011 – 20.000 Jugendliche Menschen aus ganz Deutschland zu mobilisieren und für die Unbefristete Übernahme zu kämpfen.“ Im Rahmen der dazugehörigen Kampagne „Operation Übernahme“ nutzte Daniel die Gelegenheit um bei einem großen Warnstreik eine Rede zu dieser wichtigen Jugendforderung zu halten.

2012 beendete er erfolgreich seine Ausbildung und wurde auch bei Bilstein übernommen. In dieser Zeit begann er auch seine Referenten-Qualifikation, um für die IG Metall Seminare teamen zu dürfen. „Bildung ist der wichtigste Weg um seinen Horizont zu erweitern und neue Menschen kennenzulernen.“, deshalb schloss er sich auch einem Internationalen Austausch mit einer russischen Automobil-Gewerkschaft an. Insgesamt besuchte er so dreimal die Kolleginnen und Kollegen bei Lada in Togliatti. Auch an der „Jungen Aktiven“ – Reihe der IG Metall nahm er Teil.

„Alle Seminare, Aktionen, Sitzungen bei und mit der IG Metall haben mir immer Spaß gemacht und mich weitergebracht. Grade wirtschaftliche und politische Zusammenhänge besser zu verstehen und zu hinterfragen. Ich hatte vor der IG Metall nie etwas mit Politik am Hut.“, so Daniel.

Dies bestärkte ihn 2014 sich für ein Studium an der Europäische Akademie der Arbeit in Frankfurt am Main zu bewerben. Das Studium begann 2015 und endete 2016 – für diese Zeit wurde Daniel unbezahlt freigestellt. Aber die Zeit im Studium festigte den Entschluss hauptamtlich bei der IG Metall arbeiten zu wollen.

Nach dem Studium – 2016- ging er wieder zurück in den Betrieb und nahm auch seine seit 2014 bestehende Tätigkeit als Betriebsrat wieder auf. Doch bereits Anfang 2017 bekam er die Möglichkeit als Elternzeitvertretung bei der IG Metall in Paderborn anzufangen. „Es war ein super Einstieg für mich in die Hauptamtlichkeit, ich war zuständig für die Jugendarbeit. Aufgrund der Größe der Geschäftsstelle hatte ich aber auch viele Berührungspunkte mit der Betriebsratsbetreuung, Rechtsberatung und durfte die 24-Stunden Streiks in der Metall- und Elektroindustrie mit vorbereiten und durchführen.“ So Daniel über seine Zeit in Paderborn.

Nach dieser Zeit begann er etwa zeitgleich das Trainee-Programm der IG Metall und seinen neuen Job als Jugendsekretär bei der IG Metall in Mülheim, Essen und Oberhausen. Durch die Struktur im Ruhrgebiet und einige Insolvenzen, Standortschließungen und Ausbildungsplatzabbau wurde er aber auch hier schnell in die Arbeit mit Betriebsräten und die Betriebsbetreuung eingeführt.

Der Wunsch „nach Hause“ zurückzukommen bestand aber all die Jahre weiter. So nutzte er die Chance und bewarb sich auf die freie Stelle in der Geschäftsstelle Ennepe-Ruhr-Wupper.

„Natürlich geht man mit einem lachendem und einem weinenden Auge. Ich habe gerne mit den Kolleginnen und Kollegen in Mülheim, Essen und Oberhausen zusammengearbeitet und hatte immer viel Spaß in meiner Arbeit. Aber ich freue mich jetzt auch auf meine neue Arbeit und neue Herausforderungen.“, sagte Daniel abschließend.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Daniel und wünschen Ihm einen tollen Start.

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